Vernetztes Wohnen

Märkte & Unternehmen

Radebeul,  30. November 2015


Wohnwandel: VSWG baut Brücke zur Interaktion Mensch – Gebäude – Technik

Die Wohnung als Gesundheitsstandort: Marktakteure der Wohnungswirtschaft, Architektur, Handwerk, Industrie und Dienstleistung arbeiten an der Vision altersgerechter, neuer Wohn- und Versorgungsformen und an der Zukunft des barrierefreien Wohnens. Ein Wohnen, das über Einzel-Lösungen im Raum hinausgeht und stattdessen die Gesamtheit von Raum und Architektur, technischen Unterstützungssystemen, sozialen Versorgungslösungen, Quartiersentwicklung und menschlicher Interaktion umfasst.


Erstmals in der fast zehnjährigen Entwicklungsgeschichte des potentiellen AAL-Marktes (Ambient Assisted Living) trafen auf der 1. Fachtagung "Wohnwandel: Mensch – Gebäude – Technik" die Akteure der unterschiedlichen Branchen zu einem Dialog der Praxis zusammen, der praxistaugliche Anwendungen aufzeigte und den Blick auf das Machbare, Nützliche und wirtschaftlich vertretbare Investment – speziell für die Unternehmen der Wohnungswirtschaft –, aber auch für die Entwickler eines demografisch veränderten, neuen Stadtraumes weitete. Über 230 Architekten, Fachplaner, Handwerker und Wohnungsunternehmen waren der Einladung des Verband Sächsicher Wohnungsgenossenschaften, der TU Dresden und der SmartHome Initiative Deutschland im November 2015 nach Radebeul gefolgt.


Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG: „Unsere Aufgabe besteht darin, bezahlbaren Wohnraum als soziales Gut für alle zur Verfügung zu stellen. Themen wie Prävention, Betreuung und Pflege wie auch der ökologischen Verantwortung steigen stetig in ihrer Bedeutung. Damit wächst die Komplexität der Gestaltung von generationsgerechtem Wohnraum. Dies erfordert, dass die jeweiligen Akteure unsere Anforderungen wie auch die baulichen und technologischen Möglichkeiten kennen und zukunftssicher planen und integrieren können. Wir als Wohnungswirtschaft müssen uns hier auf die Expertise von Architekten, Planern und des Handwerks verlassen können. Dazu braucht es neue Rahmenprozesse – auch der Finanzierung, mehr Wissensvermittlung und eine intensivere sektorenübergreifende Kooperation.“

Und Alexander Schaper, Geschäftsführer des Bundesverbandes SmartHome Initiative Deutschland e.V., ergänzt: „Der stattfindende ‚Wohnwandel‘ erfordert bei Planern und Architekten einen gezielten Wissensaufbau zu zeitgemäßen aber auch zukünftigen Wohnsituationen, eine Veränderung des Planungsverhaltens und des Rollenverständnisses für Renovierungs-, Sanierungs- und Neubaumaßnahmen. Dies alles soll möglichst innerhalb bestehender Strukturen und Gesetze erfolgen."


Das Konzept der Fachtagung vereinte Praxisbeispiele aus der Architektur, zeigte Produkte und realisierte, technische Lösungen in Wohnungsunternehmen auf, stellte Kosten- und Finanzierungsmodelle, gelungene Kooperations- und Planungsstrategien vor und gab praxisnahe Einblicke in die Marktgestaltung und in die Hemmnisse der Marktentwicklung aufgrund vorhandener Vertriebsstrategien für Smart Home-Lösungen. In Fachvorträgen wurden Beiträge zur "integralen Planung von demografisch nachhaltigen Gebäuden" vorgestellt und Studien zur "Aus- und Fortbildung von Architekten" sowie die Ergebnisse des jüngst abgeschlossenen Projektes "MATI – Mensch – Architektur – Technik – Interaktion für demografische Nachhaltigkeit".

Beide Forschungsprojekte lenkten das Augenmerk auf die Entwicklungspotenziale zur Gestaltung eines AAL-Wohnumfeldes aus unterschiedlichen Branchen-Blickwinkeln. Parallel zur Fachtagung erschien der gleichnamige Tagungsband "Mati", der eine Zusammenfassung des Marktes beinhaltet. „Wir haben untersucht, welche Hindernisse in der Umsetzung generationengerechter Gebäude seitens der Architekten und der Gebäudenutzer bestehen und welche  Kooperationsherausforderungen in der Schnittstelle zwischen Architekten und Fachplanern für Gebäudetechnik zu finden sind. Unser Ziel ist es, durch eine verbesserte Mensch-Architektur-Technik-Interaktion den Bau demografisch nachhaltiger Gebäude voranzubringen“, so Frau Prof. Gesine Marquardt von der TU Dresden.


Mit diesem branchen- und marktweiten Fokus hat die Tagung eine Qualität erreicht, die bislang keinem AAL-Kongress in Berlin gelang, und woran das in 2014 in Frankfurt neu aufgesetzte Messekonzept "Zukunft Lebensräume" in Zukunft anschließen kann.


Autorin: Thordis Eckhardt
Bilder: VSWG