Vernetztes Wohnen

Forschung & Entwicklung

Gelsenkirchen,  27. Oktober 2014


Verbundkonsortium entwickelt reale und digitale Quartiersnetze

Auftaktkonferenz zum Projekt "QuartiersNetz": In Gelsenkirchen ist der Startschuss zur Entwicklung eines Referenz-Quartiernetzes für die Region "Ruhrgebiet" gefallen. Die Stadt Gelsenkirchen hatte die Vorreiterrolle in der Seniorenpolitik bereits im Jahre 2005 übernommen, als sie einen Senioren-Masterplan verabschiedete.

Ziel des Verbundkonsortiums ist der Aufbau digitaler Netzwerke, die die Lebensqualität der Menschen im Wohnquartier bis ins hohe Alter verbessern helfen. Dazu werden in vier ausgewählten Stadtteilen Gelsenkirchens gemeinsam mit und für ältere Menschen reale und digitale Quartiersnetzwerke entwickelt, die ihnen ein selbstbestimmtes und längeres Leben im heimischen Wohn­umfeld ermöglichen sollen. "Es geht darum, Sorgen, Wünsche und Anregungen der Menschen vor Ort aufzugreifen und Angebote zu schaffen, die Menschen vernetzen, Unterstützung bieten und diese mit Dienstleistern der Region zusammenbringen", sagt Projektleiterin Prof. Dr. Sabine Sachweh vom Fachbereich Informatik der Fachhochschule Dortmund. "Wir wollen dabei Lösungen etablieren, die sich selbst tragen, und mit dem Projekt vorhandene Strukturen stärken und ausbauen."

Geplant ist beispielsweise der Aufbau einer “Digitalen Quartiersplattform”, die generations- und kulturübergreifend das reale soziale Netz in den Quartieren unterstützt. Im Teilprojekt „Interaktions- und Kommunikationsmedien“ werden mit und für ältere Menschen passende Formen der Bedienung von Haushaltsgeräten und Computern entwickelt, die den Fähigkeiten der Nutzer entsprechen. "Dieser Ansatz soll jedem Mensch die Möglichkeit bieten auf die Weise mit Systemen umzugehen, wie er oder sie es wünscht. Dazu müssen zum Teil bestehende Geräte angepasst, zum Teil auch neue Geräte entwickelt werden, aber vor allem geeignete Schnittstellen auf Basis aktueller Standardisierungbemühungen geschaffen werden."

Neben der gewünschten Entwicklung und Etablierung von Unterstützungsmaßnahmen für die Qurtiersbewohner geht es auch um die Förderung einer Teilhabe und Mitgestaltung älterer Menschen an der Stadtgesellschaft und um eine verbesserte Zusammenarbeit von Wohnungsgesellschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie Politik, Handwerk und Industrie.

Das Modell "QuartiersNetz", welche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für vier Jahre gefördert wird, soll später auf andere Kommunen des Landes übertragen werden können. Ferner ist es übergreifendes Ziel des Projektes, neue Geschäftsmodelle zu konzipieren, die durch Nutzung von Synergien eine effektivere und effizientere Dienstleistungsregion schaffen - auf Basis bestehender Strukturen und mit Hilfe von IK-Technologien. Es sollen selbst tragende, wirtschaftliche, technische und demokratische Strukturen entstehen, deren Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit durch ein Schulungs- und Beratungskonzept, ein Geschäfts- und Partizipationsmodell und einen intensiven Transfer gesichert werden.

Am Projekt beteiligt sind die FH Dortmund und die Stadt Gelsenkirchen, Institut für Gerontologie der Universität Vechta, Caritasverband Gelsenkirchen, Forschungsinstitut Geragogik e.V., Witten, Generationennetz Gelsenkirchen e.V. sowie fünf IT-Unternehmen.