Vernetztes Wohnen

Technologien & Anwendungen

Braunschweig,  21. November 2017


Rundum-Service: Klinikum, Johanniter & Baugenossenschaft bieten Lösung zum Entlassmanagement an

Lösungsorientierte Produktpakete rund um das Entlassmanagement im Krankenhaus und bei Reha-Aufenthalten: In Braunschweig, Niedersachsen, ist eine bislang einmalige Kooperation gestartet, die eine Rundum-Lösung für alleinlebende Menschen und Paare anbietet, die ihre Wohnung wegen einer Krankheit oder medizinischen Behandlung für einen längeren Zeitraum verlassen müssen. Das Angebot umfasst Dienstleistungen zur Versorgung des Haushaltes und zur Absicherung des Wohneigentums, einen Fahrdienst-Service sowie Lösungen für den kurzfristigen Notfall.

Kreiert, konzipiert und entwickelt wurde das zeitgemäße Lösungsangebot vom Städtischen Klinikum Braunschweig, der Baugenossenschaft Wiederaufbau und der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Regionalverband Harz-Heide. Der Impuls für das Projekt kam von Klinikum-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert während eines Gespräches mit dem Vorstand der Baugenossenschaft, Joachim Blätz. Goepfert: „Wir hatten eine gedankliche Nähe und waren auf der Suche nach einer Lösung.“ Gemeinsam mit dem JUH-Regionalvorstand Hans Joachim Halbach entstand das Angebot „Rundum-Service“. Er startete Ende September 2017.


Lösungen rund um die Wohnung, um Transport und Notfall
Die haushaltsnahen oder pflegerischen Dienstleistungen im „Rundum-Service“ werden von den Partnern im Verbund erbracht, gemeinsam vermarktet und über ein zentrales Servicetelefon gemanagt. Das Servicetelefon dient als Informations- und Anlaufstelle für Patienten- und Angehörigenwünsche. Es ist auf das Kundenservice-Center der Johanniter-Unfall-Hilfe aufgeschaltet, über welches zudem die anschließende Vermittlung der Anfragen direkt an die Partner erfolgt. Die Unternehmen erbringen die angeforderten Leistungen anschließend individuell und auf eigene Rechnung.

Im Leistungspaket „Rund um die Wohnung“ beispielsweise übernimmt die Wiederaufbau über ihr Tochterunternehmen Niedersächsische Immobilienservice kostenpflichtige Servicedienste wie Briefkasten leeren, Blumen gießen oder Wohnungsreinigung. Für Services „Rund um den Transport“ und „Rund um den Notfall“ sind die Johanniter zuständig. Sie begleiten die Menschen auf dem Weg zur Versorgung in eine medizinische Einrichtung, überprüfen notwendige Krankenhausunterlagen, übernehmen Besorgungs- oder Botenfahrten oder das Kofferpacken. Sie informieren die Angehörigen über den Klinikaufenthalt, kümmern sich um zeitkritische Termine oder Aufgaben, die der Patient außerhalb des Krankenhauses zu erledigen hat, und führen eine technische Kontrolle der Wohnung durch.

Im Klinikum Braunschweig wiederum werden die diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen rund um die medizinische Patientenversorgung erbracht. Gleichzeitig übernimmt das Krankenhaus die Aufgabe, Patienten über das Zusatzangebot „Rundum-Service“ zu informieren und praktische Unterstützung anzubieten. Der Grund, so Geschäftsführer Goepfert: „Wenn Alleinlebende zur Behandlung kommen, stehen sie oft vor dem Problem, wer sich während ihres Krankenhausaufenthaltes um ihr Zuhause kümmert.“ Patienten in dieser belastenden Situation die Sorge zu nehmen, sei Ziel des Unterstützungsangebotes, ergänzt JUH-Regionalvorstand Halbach. „Wir halten Patienten mit dem Angebot des „Rundum Service“ organisatorisch den Rücken frei, damit diese sich auf das Wichtigste konzentrieren können: Gesundwerden!"

Die Projektbeteiligten sind sich einig: Mit der Initiierung des Angebotes ist ein erster Schritt getan. Nun gelte es, das Projekt weiter in den Markt, an die Patienten und Beratungsstellen heranzutragen, Leistungen und Services zu evaluieren und den Bedürfnissen entsprechend anzupassen, heißt es aus dem Haus der Baugenossenschaft Wiederaufbau. Das schließe eine Erweiterung an Partnerschaften, Leistungen und Paketen mit ein.

Organisatorisch handelt es sich bei dem „Rundum-Service“ um einen interessensbasierten Zusammenschluss von Leistungserbringern. Die Finanzierung des Projektes beruht auf Eigenmitteln und ist vorerst für zwei Jahre gesichert.


Bilder: Klinikum Braunschweig | Jörg Scheibe
Bildunterschrift: Hans Joachim Halbach, Dr. Andreas Goepfert, Joachim Blätz (v.l.n.r.)