Vernetztes Wohnen

Forschung & Entwicklung

München,  09. November 2018


Ländliche Versorgung: sektorenübergreifende Modelle bleiben die Ausnahme

Der Großteil neuer Lösungsansätze für die Gesundheitsversorgung auf dem Land findet innerhalb der Grenzen eines bestehenden Sektors statt. Sektorenübergreifende Modelle bilden seit Jahren die Ausnahme.

Konzipiert und umgesetzt werden überwiegend traditionelle Versorgungsmodelle wie Krankenhaus oder Einzelpraxis – allerdings kombiniert mit neuen Formen wie MVZs, kommunalen Eigeneinrichtungen oder Zweigpraxen. Ziel dieser Konzepte ist eine stärkere Arbeitsteilung der Ärzte untereinander. Ausgegliedert an nichtärztliche Berufsgruppen werden organisatorische Aufgaben wie Case Management oder Telemedizin. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in ländlich geprägten Regionen: neue Modelle und Maßnahmen“ im Auftrag der Stiftung Münch, München.

Die wichtigsten Treiber für neue Lösungsansätze sind regionale Akteure wie Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenhausträger, Kommunen oder engagierte Einzelpersonen. Der Erfolg hängt vom Grad einer guten Zusammenarbeit ab. Gleichwohl stellen sich die Finanzierung neuartiger Modelle, das komplexe Management der Zusammenarbeit, fehlende Ressourcenausstattung und eine fehlende digitale Infrastruktur als problematisch dar.

Vor diesem Hintergrund erwarten die Forscher für die Zukunft eine verstärkte professionsübergreifende Zusammenarbeit, eine zunehmende Bedeutung der Telemedizin und eine steigende Relevanz von Managementkompetenzen zur Gestaltung von neuen Versorgungsmodellen sowie zur Koordination der Zusammenarbeit unterschiedlicher Leistungserbringer und Partner.