Vernetztes Wohnen

Forschung & Entwicklung

Dresden,  26. Januar 2017


Klinikum St. Georg in Leipzig erhält 1,2 Millionen Euro für Telemedizin-Projekt

Für den Aufbau eines Antibiotika-Netzwerkes in Nordwestsachen hat das Klinikum St. Georg Leipzig gGmbH 1,2 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Staatsministerin Barbara Klepsch vom Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) hat die Zuwendung in Höhe von 1.239.953,77 Euro heute dem Klinikum übergeben. Die Förderung unterstreicht die Schwerpunktsetzung des SMS im Bereich Telemedizin, E-Health und technischer Assistenzsysteme.

Dr. Iris Minde, Geschäftsführerin des Klinikums St. Georg: "Das Klinikum St. Georg unternimmt enorme Anstrengungen, seine Leistungen technisch innovativ anzubieten. Hier ist der Freistaat Sachsen ein verlässlicher Partner, nicht nur aufgrund der Fördermittel. Meine Mitarbeiter haben immer einen direkten Ansprechpartner im Ministerium gefunden, der sie bei Problemen aller Art beraten hat."

Ziel des Projektes ist der Aufbau eines überregionalen Netzwerkes rund um die Antibiotikatherapie mittels der Entwicklung einer zentralen Befundungs-, Beratungs- und Registerstelle für Patienten mit Infektionskrankheiten. Die Klinik für Infektiologie/Tropenmedizin, Nephrologie und Rheumatologie im Klinikum St. Georg Leipzig gilt als das Kompetenzzentrum für Infektionskrankheiten für den Freistaat Sachsen. Es weist eine besondere Expertise auf dem Gebiet von Infektionskrankheiten, Antibiotikatherapien und Multiresistenzen auf und will diese Expertise anderen Krankenhäusern, Arztpraxen sowie Pflegeheimen in der Region zur Verfügung stellen. Diese sollen die Möglichkeit erhalten, Patienten mit Infektionserkrankungen bei einer zentralen, mit spezialisierten Medizinern und anderen Fachleuten besetzten Stelle vorstellen zu können (Antibiotika-Konsil).

Geplant ist zudem der Aufbau eines Antibiotika-Register, in welchem infektiologische Daten gesammelt, ausgewertet und fachspezifische Empfehlungen in telemedizinischen Antibiotikakonferenzen an die Netzwerkpartner vermittelt werden.

Das Netzwerk bedient sich für die notwendige Datenkommunikation der in Ostsachsen erprobten telemedizinischen Standardplattform vom CCS-Telehealth. Die inhaltliche Entwicklung der notwendigen telemedizinischen Anwendungen und deren Softwareumsetzung unter Nutzung vorhandener Basisfunktionen sind wichtige Projektbestandteile.


Hintergrund zur EFRE-Förderung des SMS
Dem SMS stehen im Zeitraum von 2014 - 2020 Fördermittel in Höhe von rund 28 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft zur Verfügung. Die Förderung zielt auf innovative Maßnahmen ab, die durch die Vernetzung der Angebote und die Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien auf die Herausforderungen des demografischen Wandels im Gesundheits- und Pflegesektor mit einem erheblich steigenden Bevölkerungsanteil älterer Menschen, mit zunehmendem Fachkräftemangel im Bereich der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie steigenden Kosten dieser Versorgung reagieren.

Gegenstand der Förderung sind E-Health-Maßnahmen, durch die Abläufe im Gesundheitswesen verbessert und die Bürger, Patienten, Gesundheits- und Pflegedienstleister miteinander vernetzt werden. Weiterhin gefördert werden Anwendungen des Ambient Assisted Living (Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben - AAL) aus verschiedenen Technologiefeldern, die es ermöglichen, unterschiedliche Dienstleistungsbereiche, insbesondere medizinische Dienstleistungen, Pflegeleistungen, Wohnen, Bewirtschaftung, Mobilität, wechselseitig zu vernetzen und interdisziplinäre, innovative Lösungen für die ambulante Versorgung älterer Menschen zu entwickeln.

Zuwendungsempfänger sind private, freigemeinnützige und öffentliche Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sofern diese vorhabenbezogen mit Unternehmen zusammenarbeiten.