Vernetztes Wohnen

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Hannover,  25. April 2016


Johanniter sehen Chancen für Wohngemeinschaften durch Änderungen im Niedersächsischen Heimgesetz

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) in Niedersachsen/Bremen sieht durch die Änderung des niedersächsischen Heimgesetzes Potential zur Förderung neuer Wohnformen. JUH-Landesvorstand Thomas Mähnert: "Mit dem neuen Niedersächsischen Gesetz über unterstützende Wohnformen (NuWG) wird es nach langer Zeit wieder möglich sein, dass Anbieter von Wohnraum - hier sind vorrangig die Wohnungsbaugesellschaften zu nennen - miteinander kooperieren und handeln dürfen. Dies kann jetzt im Vorfeld zu gemeinsamen Planungen von Räumlichkeiten für Wohngemeinschaften genutzt werden."

Wohngemeinschaften, speziell für Menschen mit demenzieller Erkrankung, sind zukunftsfähige Alternativen zum Seniorenheim. Die demografische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte hat gezeigt, dass ein Großteil der älteren Menschen so lange wie möglich eigenständig in ihrem gewohnten Wohnumfeld leben möchten. Vor diesem Hintergrund haben sich in den vergangenen Jahren neue Wohn- und Lebensformen entwickelt. Zu ihnen zählen innovative Projekte wie betreute Wohngemeinschaften und Tagespflegeeinrichtungen, die von den Johannitern bereits an mehreren Standorten in Niedersachsen und Bremen umgesetzt werden.

Die erste Wohngemeinschaft für Demenzkranke in ländlicher Gegend wurde im Jahr 2014 in Eschede eröffnet. Sie entstand aus einer privaten Initiative und als Umnutzung einer Gewerbeimmobilie. Die Betreuung der Demenzkranken übernahmen die Johanniter. Weitere Wohngemeinschaften für demenziell Erkrankte sind zuvor bereits im städtischen Umfeld in Hannover und Oldenburg entstanden.

"Dass die Begrifflichkeiten im neuen Gesetz von ‚selbstbestimmten Wohngemeinschaften' durch die Formulierung ‚ambulant betreute Wohngemeinschaften' ersetzt wird, halte ich für sinnvoll, da immer in Frage gestellt ist, inwieweit man im Alter noch selbstbestimmt agieren kann", befürwortet Mähnert die Änderung. "Hier sind insbesondere die Senioren mit demenziellen Veränderungen bis hin zu demenziell Erkrankten, bei denen die Form der Wohngemeinschaften besonders zum Tragen kommen kann, hervorzuheben."

Die Johanniter in Niedersachsen/Bremen kooperieren bereits seit Jahren mit Partnern aus der Wohnungswirtschaft. Sie tragen mit sozialen Dienstleistungsangeboten dazu bei, die Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels aktiv mitzugestalten. Mähnert: "Wir erarbeiten gemeinsame, zeitgemäße Lösungen, darunter Betreutes Wohnen, Quartiersprojekte oder Wohngemeinschaften. Das klassische Prinzip einer Senioren-WG wird in Wohnquartieren künftig neu interpretiert. Mietinteressenten haben zahlreiche Optionen, den Lebensabend zu verbringen, ganz nach ihren Bedürfnissen." Dazu zählten beispielsweise zukunftsorientierte Projekte wie die Nutzung von Technologien im Bereich "Mensch-Technik-Interaktion", die das längerfristige Verbleiben in der eigenen Wohnung erleichtern oder erst ermöglichen.