Vernetztes Wohnen

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Berlin,  10. November 2015


GdW und BAGSO gründen "Bündnis für technikgestütztes, selbstbestimmtes Wohnen“

Startschuss für ein verstärktes gemeinsames Engagement: Die Wohnungswirtschaft (GdW), Berlin, und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), Bonn, haben das "Bündnis für ein technikgestütztes und selbstbestimmtes Wohnen“ gegründet. Die Bündnis-Erklärung wurde im Rahmen der 2. Berliner Pflegekonferenz an den Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, übergeben. Ziel ist es, technikgestütztes Wohnen erfolgreich in die Realität umzusetzen.

Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, anlässlich der Übergabe der Bündnis-Erklärung: „Die Wohnung muss zunehmend zu einem Standort für Gesundheit und Pflege werden, wenn wir den demografischen Wandel in Deutschland erfolgreich bewältigen wollen." Die Wohnungswirtschaft arbeite gemeinsam mit den Partnern daran, dass ältere Menschen länger, sicher und komfortabel in ihrer angestammten Umgebung leben könnten. "Technische Assistenzsysteme sind der Schlüssel dafür, dass insbesondere gesundheitlich eingeschränkte Personen in ihren Wohnungen besser betreut werden können.“

Die BAGSO-Vorsitzende, Prof. Dr. Ursula Lehr, setzt sich vor allem für technische Systeme ein: „Sie können dazu beitragen, Hilfs-und Pflegebedürftigkeit zu verhindern, den Kontakt zur Umwelt aufrecht zu erhalten, Sicherheit zu vermitteln, eine längere Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu gewährleisten und einer Übersiedlung in ein Alten- oder Pflegeheim vorzubeugen." Das erhöhe die Lebensqualität der Betroffenen und der Pflegenden, und spare auch Kosten.“

Die Wohnung als ein Ort für gesundheitliche Versorgung und Pflege ist zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden. Technikgestütztes Wohnen trägt dazu bei, den Betreuungsgrundsatz „ambulant vor stationär“ in der Praxis zu befördern und gleichzeitig dem Wunsch der Menschen besser nachzukommen, eine frühzeitige stationäre Betreuung und damit auch höhere Kosten für die Sozialkassen zu vermeiden.

Um technikunterstütztes Wohnen in die Fläche zu bekommen, werden aus Sicht der Wohnungswirtschaft Baukastenlösungen für unterschiedliche Bedarfs- und Einkommensgruppen benötigt. Auch an der Beseitigung der schwierigen Finanzierungsbedingungen und am mangelndem Wissen der Menschen über Angebot und Nutzen der Assistenzssysteme müsse gearbeitet werden.

Mit dem im vergangenen Jahr veröffentlichten Abschlussbericht „Unterstützung Pflegebedürftiger durch technische Assistenzsysteme“ hat das Bundesgesundheitsministerium den Weg für technische Systeme als praktische Alltagsunterstützung bereits geebnet. „Diesen Weg möchten die Wohnungsunternehmen als Vorreiter beim altersgerechten Wohnen gemeinsam mit ihren Partnern und der Politik weitergehen“, so Gedaschko.

=> Weitere Fachinformation: Studie "Technische Assistenzsysteme für ältere Menschen - eine Zukunftsstrategie für die Bau- und Wohnungswirtschaft." Erstellt vom GdW, Berlin, SIBIS - Institut für Sozialforschung und Projektberatung, Berlin, und der InWIS, Bochum.


Bild: GdW