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Dresden,  14. September 2017


Freistaat Sachsen unterstützt soziale Kümmerer in Wohnungsgenossenschaften

Das Sächsische Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz fördert die sozialen Kümmerer der Wohnungsgenossenschaften im Freistaat Sachsen nunmehr im 2. Jahr. Die Fördersumme für 2017 beträgt rund 161.000 Euro. Aus einem Betrag in ähnlicher Höhe wurden im Jahr zuvor die Kümmerer an fünf Standorten in Sachsen finanziell unterstützt.

Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG), Dresden: „Mit Freude empfingen wir den Bewilligungsbescheid des Ministeriums und freuen uns über den finanziellen Zuschuss von 80 Prozent für jeden sozialen Kümmerer in unseren Wohnungsgenossenschaften. Mittlerweile sind insgesamt 13 soziale Kümmerer im Einsatz.“

Das Konzept des sozialen Kümmerers wurde erstmalig im Jahr 2015 von der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG und der SFZ Förderzentrum gGmbH unter der Stellenbezeichnung „Sozialer Hausmeister“ im Rahmen des Projektes „Chemnitz+ – Zukunftsregion lebenswert gestalten“ ins Leben gerufen. „So konnten erste Erfahrungen gesammelt und landespolitisch transferiert werden“, erklärt Alexandra Brylok, Referentin für Soziales und Projekt beim VSWG.

Der soziale Kümmerer stellt eine niedrigschwellige Vertrauensperson dar, die den Bewohnern als Ansprechpartner zur Verfügung steht, bei Bedarf Hilfe- und Handlungsketten initiiert und direkte Hilfe vor Ort geben kann. „Der Kümmerer ist die Lösung für die seit Jahren in der Praxis auftretenden Hürden von Angst, Schamgefühl und Unsicherheit der betroffenen Bewohner, sich professionellen Akteuren aus der Sozial- und Wohnungswirtschaft anzuvertrauen," sagt Viehweger. Mit ihrer Arbeit geben die Kümmerer Unterstützung bei Schicksalsschlägen und beugen Vereinsamung und Hilflosigkeit vor. Gleichzeitig koordinieren sie einen Großteil ehrenamtlicher Helfer in der Wohnungsgenossenschaft.

Eine Sozialbefragung des VSWG hatte gezeigt, dass in der Praxis die Bewohner häufig erst an einen Dienstleister herantreten, wenn die Situation bereits extrem ist. „Mit einem rechtzeitigen und effektiven Ansatz können Vernetzungs-, Überleitungs- und Unterstützungsangebote besser gelingen und so das Leben in der eigenen Häuslichkeit länger ermöglichen", so Brylok weiter.

Die sozialen Kümmerer werden durch den VSWG begleitet und tauschen sich in regelmäßigen Abständen bei Treffen untereinander aus. Aktuell sind insgesamt 13 soziale Kümmerer im Einsatz. Sie arbeiten für die Wohnungsgenossenschaften „Fortschritt“ Döbeln, Johannstadt Dresden, "Aufbau" Bautzen, Crimmitschau und "Einheit" eG Chemnitz sowie in den Wohnungsbaugenossenschaften Einheit Bautzen, Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft, Schneeberger Wohnungs-Genossenschaft, Sächsische Wohnungsgenossenschaft Chemnitz und in der Wohnungsbaugenossenschaft "Glück auf" Olbernhau.