Vernetztes Wohnen

Technologien & Anwendungen

Gelsenkirchen,  28. April 2015


Aktive Kommunen in NRW gestalten altersgerechte Zukunft

Lösungsstrategien für Städte mit besonderer regionaler Herausforderung: Wie Kommunen Sozialräume altengerecht entwickeln und gleichzeitig Quartiere schaffen, in denen alte Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben können, zeigt ein exemplarischer Film des Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälische Hochschule, der im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA.NRW) erstellt worden ist. In dem 20-minütigen Film werden neue, pflegerischer Versorgungskonzepte aus dem Kreis Mettmann, aus Bocholt, Bielefeld und Leverkusen aufgezeigt, die regionale Lösungsstrategien aus kommunaler Perspektive beinhalten.

Der Kreis Mettmann beispielsweise entwickelte Alternativen zur Heimunterbringung, die eine Beteiligung der Kommunen vorsieht: Diese werden im Rahmen eines Bonussystems zur Hälfte an den Einsparungen des Kreises beteiligt, wenn dieser den Zulauf in Pflegeheime reduziert. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Quartier altengerecht entwickelt, unter anderem mit einer Pflegeberatung vor Ort, einem Demenznetzwerk, einem Stadtteil-Café sowie gemeinsamen Projekten mit Kindern und Jugendlichen.

Für Bocholt wiederum stellt sich die besondere Herausforderungen im „Altern auf dem Land“ dar. Der Verlust der Infrastruktur schränkt vor allen die Mobilität der älteren Einwohner ein. Hier wird der Verein „Leben im Alter“ aktiv: Er richtet seine Aktivitäten in Bocholt vorangig auf eine wohnortnahe Versorgung, auf die Einrichtung von Begegnungsmöglichkeiten in einem Dorfladen und in einem Café auf einem ehemaligen Gutshof ein. In Planung sind temporäre Gesundheitsangebote vom Arzt bis zur Physiotherapie. 

Das „Bielefelder Modell“ hingegen ist bereits in den 1990er Jahren in Zusammenarbeit zwischen der Stadt, der Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH (BWG) und einem sozialen Dienstleister entstanden. In den Wohnanlagen können ältere Menschen bei voller Versorgungssicherheit entsprechend ihrer individuellen Wünsche und Möglichkeiten selbständig und selbstbestimmt wohnen. 

Die „wirkungsorientierte Steuerung“ in Leverkusen soll die Verbindung von ökonomischer Notwendigkeit und sozial Erwünschtem voranbringen. Hierzu werden anstelle der Finanzierung von Einzelmaßnahmen so genannte "Wirkungspakete geschnürt“, die die gewünschten Ziele der Kommune in Zusammenarbeit mit örtlichen Sozialpartnern vorgeben - und den Akteuren gleichzeitig Gestaltungsspielräume offen lassen.

Der Film ist abrufbar unter dem Link: http://www.iat.eu/files/mgepa_komplett_klein_15042015.mp4