Spezial: eHealth

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Berlin,  03. September 2018


Studie belegt Wirksamkeit telemedizinischer Behandlung bei Herzpatienten

Erste valide Nachweise: Die Fontane-Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat erstmals nachgewiesen, dass die telemedizinische Mitbetreuung das Leben von Herzpatienten verlängern kann. Zudem ist die Telemedizin gleichermaßen für Patienten im ländlichen Raum und in Metropolregionen geeignet. Die fünfjährige Studie, an der mehr als 1.500 Patienten teilgenommen haben, wurde mit verschiedenen Partnern und mit zwei Krankenkassen durchgeführt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte das Projekt mit 10,2 Millionen Euro.

Im Rahmen des Forschungsprojekts "Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg – Fontane" wurde die Hälfte der Patienten telemedizinisch mitbetreut, die andere Hälfte blieb konventionell behandelt. Die ärztliche Betreuung der Patienten am Wohnort wurde bundesweit durch 113 kardiologische und 87 hausärztliche Einrichtungen gewährleistet.

Ziel der Studie war es, die Patienten möglichst lange außerhalb eines Krankenhauses behandeln zu können und die Lebenserwartung sowie die Lebensqualität zu erhöhen. Zudem sollte überprüft werden, ob Telemedizin strukturelle Defizite der medizinischen Versorgung auf dem Land gegenüber städtischen Regionen ausgleichen kann.

Die Studienergebnisse zeigen, dass die Telemedizinpatienten weniger Tage aufgrund von ungeplanten kardiovaskulären Ereignissen im Krankenhaus verbringen mussten und länger lebten: Bezogen auf die einjährige Studiendauer "verloren" sie 17,8 Tage im Vergleich zu 24,2 Tagen in der Kontrollgruppe. Zudem starben von 100 Herzinsuffizienzpatienten in einem Jahr unter den regulären Bedingungen etwa 11 Patienten, mit telemedizinischer Mitbetreuung hingegen etwa 8 Patienten. Auch bei den ungeplanten Krankenhaustagen wegen Herzinsuffizienz gab es mit 3,8 gegenüber 5,6 Tagen einen Vorteil für die Telemonitoring-Gruppe.

Diese Ergebnisse wurden unabhängig davon erreicht, ob der Patient in einer strukturschwachen ländlichen Gegend oder in einer Metropolregion lebte. Damit eignet sich die Telemedizin, um regionale Versorgungsunterschiede zwischen Stadt und Land auszugleichen und die Versorgungsqualität insgesamt zu verbessern.

Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium für Bildung und Forschung: "Die Ergebnisse zeigen: Telemedizin wirkt. Sie ermöglicht es, Patienten mit Herzschwäche besser zu versorgen – unabhängig davon, ob sie auf dem Land oder in der Stadt wohnen. Die Forschungsergebnisse ebnen damit den Weg für den breiten Einsatz von Telemedizin in Deutschland."


Bild: @ Charité – Universitätsmedizin Berlin