Spezial: eHealth

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Dresden,  02. Juli 2015


Sachsen geht mit Telemedizinprojekt "CCS Telehealth Ostsachsen" online

Eines der größten Telemedizin-Vorhaben Deutschlands hat am 1. Juli in Dresden offiziell den Pilotbetrieb aufgenommen. Zum Auftakt des offenen Telemedizin-Angebots „CCS Telehealth Ostsachsen“ übergab Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) im Herzzentrum Dresden symbolisch einen speziell ausgerüsteten Tablet-Computer zur häuslichen Nachsorge an einen Patienten des Herzzentrums. 

Ziel des Projektes ist die sichere Vernetzung von Befund- und Krankheitsdaten sowie der Kommunikation zwischen Patienten, Kliniken, Ärzten und dem medizinisch-pflegerischen Personal. Den Kern bildet eine offene, universell einsetzbare IT-Plattform zur Gesundheitsbetreuung in der Region Ostsachsen.

Nach zweijähriger Aufbauarbeit laufen nun erste Beispielanwendungen an, startend mit der häuslichen Betreuung von Herzinsuffizienz-Patienten sowie ambulanter Schlaganfall-Nachsorge. Für den Piloten wurden erste „Tele-Nurses“ und Fallmanager geschult, sowie geeignete Patienten in das Projekt eingebunden. Auch die Kooperation verschiedener Kliniken bei der gemeinsamen Diagnose von krankhaften Geweben wird deutlich erleichtert. So können zum Beispiel hochauflösende Bilddarstellungen von Gewebeproben auf gesicherten Datenrouten verschlüsselt ausgetauscht und in Videokonferenzen von Experten erörtert werden. 

Für den Aufbau von „CCS Telehealth Ostsachsen“ wurden unter anderem telemedizinische Arbeitsplätze eingerichtet, Tablets und IP-Telefone für Patienten angeschafft sowie hochleistungsfähige Server, Scanner und eine zentrale Datenbank installiert. Federführend sind die Projektträger Carus Consilium Sachsen GmbH, Tochter des Universitätsklinikums Dresden, und die Telekom-Tochter T-Systems International. An der Umsetzung beteiligen sich im ersten Schritt das Herzzentrum Dresden, das Universitätsklinikum Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf und das Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau. Prof. Dr. med. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden: „CCS Telehealth Ostsachsen ist eine Lösung für alle. Es ist nicht auf einzelne medizinische Fachgebiete und Regionen begrenzt, sondern auf nahezu alle Bereiche der Gesundheitsversorgung erweiterbar.“ Es soll eine hochwertige, schnelle und wohnortnahe medizinische Betreuung der Bevölkerung gesichert und Versorgungsunterschiede zwischen urbanen Zentren und ländlichen Regionen verhindert werden.

Der Aufbau der Telemedizin-Plattform wurde mit insgesamt 9,8 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert. „Mit dem Projekt nimmt Sachsen eine Vorreiterrolle in der Telemedizin ein: Wir sind uns sicher, dass wir damit auch überregionaler Impulsgeber für eine innovative und zukunftsgerichtete Gesundheitsversorgung sein werden“, so Gesundheitsministerin Klepsch.