Spezial: eHealth

Spezial: eHealth

Wien,  18. September 2017


Österreich: Tirol und Steiermark sind führend in der Anwendung von Telegesundheitsdiensten

Die Initiative „Digital Healthcare“ der Bundesländer Tirol und Steiermark und der Sozialversicherung der Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) haben ein erstes Nutzen-Resümee ihrer telemedizinischen Technologieplattform und der initiierten Projekte gezogen.

Das am Austrian Institute of Technology (AIT) entwickelte Tool soll helfen, Patienten mit chronischen Krankheiten wie Diabetes und Herzinsuffizienz eine optimale Betreuung und Therapie zu ermöglichen. In naher Zukunft sollen daraus neue Versorgungs- und Disease Management Programme entwickelt werden.

Die angebotenen Telegesundheitsdienste setzen auf die seit anderthalb Jahren bestehende Infrastruktur der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) auf. Deren IT-Architektur besteht aus einem verteilten System von zentralen und dezentralen Komponenten. Die Speicherung von ELGA-Daten, wie Befunde und Bilddaten, erfolgt dezentral in denjenigen Einrichtungen, in denen sie anfallen. Auch die Bildung von Verbünden ist möglich – und damit ein organisationseinheitenübergreifender Austausch innerhalb oder zwischen mehreren ELGA-Bereichen. Einzige Ausnahme stellt die Funktion der e-Medikation dar: Hier werden verordnete oder von Apotheken abgegebene Medikamente zentral und verschlüsselt in einer Datenbank gespeichert.

Aktuell findet ELGA in der regulären Patientenversorgung von insgesamt 178 Einrichtungen Anwendung: In der Steiermark und in Wien arbeiten jeweils 47 Einrichtungen mit ELGA, in Oberösterreich sind es 25 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen und in Niederösterreich 27. Gefolgt vom Bundesland Kärnten mit 13, Tirol elf, Salzburg sechs und Burgenland mit zwei Einrichtungen.

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner anlässlich der Gesundheitsgespräche des Europäischen Forum Alpbach: „Wir haben mit ELGA die Infrastruktur für eHealth-Anwendungen wie den elektronischen Impfpass geschaffen.“ Nun gelte es, die elektronische Gesundheitsakte auch im niedergelassenen Bereich sukzessive auszurollen. Ziel ist es, dass alle öffentlichen Krankenanstalten und niedergelassenen Kassenärzte in Österreich bis Ende des Jahres 2019 mit ELGA arbeiten.

Positive Resultate erzielte auch die telefonische Gesundheitsberatung – ein weiteres Projekt zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung, welches aktuell in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Vorarlberg getestet wird: Unter einer zentralen Telefonnummer erhalten Menschen 24 Stunden am Tag an sieben Tagen die Woche Beratung bei gesundheitlichen Problemen. Gleichzeitig werden Informationen zu Einrichtungen angeboten, die die beste Gesundheitsversorgung bieten. Das Projekt soll anschließend flächendeckend in den Einsatz gehen.