Spezial: eHealth

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Freiburg,  10. Juni 2016


Neues Sensorsystem soll Stressbelastungen bei Demenzkranken erkennen

Stress- und Belastungssituationen schnell erkennen und gezielt Hilfe rufen: Die Entwicklung eines neuen Sensorsystems soll bei bettlägerigen Patienten den sogenannten Distress in Form von Schmerz-, Atemnot- oder Angstattacken erkennen und Alarm schlagen soll.

Das ist das Ziel des Forschungskonsortiums "Intelligentes Sensor- und Monitoringsystem zur Erfassung von Distress" (iSenDi). Das System soll mit einer unter dem Bettlaken platzierten Sensormatte Vitaldaten wie Herzfrequenz, Atmung und Feuchtigkeit aufzeichnen und stressbedingte Veränderungen umgehend an das Betreuungspersonal melden. Projekt-Initiator Dr. Jan Gärtner, Oberarzt an der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg: „Die größte Herausforderung wird sein, dem System den Unterschied zwischen belastendem Stress und normalen Situationen beizubringen.“ Um Privatsphäre und Datenschutz sicherzustellen, sollen die Messdaten nur auf dem geräteinternen Computer ausgewertet werden. Neben der technischen Entwicklung werden in dem Projekt auch die Akzeptanz sowie die ethische Beurteilung eines solchen Systems untersucht.

Das im April 2016 gestartete Verbundprojekt steht unter Leitung der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Es wird für drei Jahre mit einer Summe von 1,96 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Beteiligt sind acht Partner aus Hochschule, medizinischer Versorgung und Industrie. Projektkoordinator Titus Sparna: „iSenDi eröffnet neue Wege der Zusammenarbeit, damit Ideen, die am Krankenbett entstanden sind, schneller in neue Produkte umgesetzt werden können und so den Patienten zugutekommen“. Mit den größtenteils regionalen Projektpartnern wird  eine längerfristige Zusammenarbeit angestrebt.