Spezial: eHealth

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Hannover,  28. Mai 2019


Metropolregion Hannover will weltweit erstes Zentrum für Unfall- und Notfallinformatik aufbauen

In der Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg soll erstmalig ein Zentrum für Unfall- und Notfallinformatik (A&EI) aufgebaut werden. Es ist Teil des Projektes „Entwicklungsplattform Gesundheitswirtschaft“ der Metropolregion, an der das Klinikum Braunschweig, der Rettungsdienst Braunschweig, das PTB und die Medizinische Hochschule Hannover beteiligt sind.

In den kommenden zwei Jahren sollen hierfür Erkenntnisse aus den Bereichen „Technische Unfallforschung“ und „Medizinische Informatik“ zusammenfließen. Ziel ist es, in einem Notfall medizinische Vitaldaten von Verunglückten mit Sensordaten aus der unmittelbaren Umgebung, beispielsweise Assistenzsystemen aus dem Auto, abzugleichen und aufgrund dieser Datenbasis gezielte Notfall-Maßnahmen einzuleiten. Gleichzeitig sollen durch die Integration und Auswertung von medizinischen und nicht-medizinischen Daten perspektivisch Unfälle oder medizinische Notfälle prognostiziert oder vermieden werden.

Das Wissen ließe bei Verkehrsunfällen auch eine sofortige Analyse der wahrscheinlichen Verletzungen pro Fahrzeuginsasse zu – und die umgehende automatische und individuelle Auslösung der Rettungsanforderung an die Leitstelle. Das wäre eine weitere Innovation im Vergleich zu dem im März 2018 eingeführten europäischen eCall-System, das manuell ausgelöst wird, so die Experten.

Den Projektpartnern zufolge sollen in das zu entwickelnde Gesamtsystem auch Daten aus anderen Bereichen einfließen, beispielsweise Daten aus Smart Home (Wohnraum), Smart City (Umgebung), Smart Car, Smart Wearables oder Smart Implants.


Bild: © PLRI