Spezial: eHealth

Spezial: eHealth

Berlin,  24. August 2018


MedTech-Branche liegt in der Transformation der Lieferketten zurück

Der globale Healthcare-Logistikmarkt wiegt schwer: Er umfasst rund 80 Milliarden US-Dollar. Für die kommenden drei Jahre wird im Bereich sensibler Healthcare-Produkte eine Steigerung um 5,6 Prozent auf rund 105 Milliarden US-Dollar vorhergesagt.

Die Zukunft der Wertschöpfung liegt der Studie „What’s next for Medical Device Supply Chains“ der Unternehmensberatung A.T. Kearney, Berlin, zufolge in der Agilität der Lieferketten. Vor diesem Hintergrund raten die Experten MedTech-Firmen zum radikalen Umbau ihrer Supply Chain. Dr. Oliver Scheel, zuständig für den Bereich Health bei A.T. Kearney: „In Zukunft werden agile, effiziente und rund um den Kunden organisierte Lieferketten notwendig“ – wie bei der Konsumgüterindustrie schon vor Jahren realisiert. Ein Vergleich: Während die Lagerzeit für ein Endprodukt bei MedTech-Unternehmen durchschnittlich 124 Tage beträgt, findet der Warenumschlag bei Konsumgüterherstellern innerhalb von 17 Tagen statt.

„Die meisten Medizintechnik-Unternehmen konzentrieren sich zurzeit auf Effizienz“, erklärt Scheel, „und ignorieren dabei die steigende Bedeutung des „Direct-to-Hospital“-Vertriebskanals.“ Dabei würden speziell Dienstleistungen wie „Just-in-time“-Anlieferungen auf die Stationen und Produktspender am Verbrauchsort zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren in der Zukunft. Sie setzten allerdings massive Eingriffe in die Supply Chain voraus. „Bislang ist dieses Angebot auf die Krankenstation und in den OP-Raum jedoch nur für acht Prozent des Gesamtvolumens möglich“, erklärt der Experte weiter.

Das Paradoxon: 75 Prozent der befragten Manager der Studie messen der Agilität ihrer Supply Chain eine hohe strategische Priorität bei, schöpfen aber gleichzeitig die Möglichkeiten von Segmentierung, szenariobasierter Planung und „End-to-End“-Visibilität nicht vollständig aus. Auf diese Weise bliebe entscheidendes Potential zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit durch optimales Supply Chain Management ungenutzt, so die Autoren.