Spezial: eHealth

Spezial: eHealth

Wiesbaden,  02. August 2017


Hessen startet eHealth-Initiative und baut Kompetenzzentrum auf

In Hessen soll ein Kompetenzzentrum für Telemedizin und eHealth entstehen. Landesgesundheitsminister Stefan Grüttner unterzeichnete gestern in Wiesbaden eine entsprechende Kooperationsvereinbarung und gab damit den Startschuss für die Initiative. Sie wird die Arbeit zum 1. Januar 2018 aufnehmen.

Das gemeinsame Kompetenzzentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) soll zukünftig die hessischen Initiativen bündeln und bei der Implementierung neuer und bedarfsgerechter Versorgungsformen unterstützen.

„Wir werden die Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv voranbringen, auch um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern“, erklärte Grüttner. „Die eHealth-Initiative Hessen hat auch zum Ziel, das Gesundheitswesen noch besser und sicherer zu machen und hilft auch, Fehl- und Überbehandlungen wie unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Das spart den Patienten Zeit und Aufwand.“

Einer der inhaltlichen Schwerpunkte wird neben der Förderung von telemedizinischen Facharztnetzen die Organisation einer sektorenübergreifend abgestimmten medizinischen Notfallversorgung sein, die sich an der Dringlichkeit der Behandlung orientiert und den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, den Rettungsdienst und die Notfallambulanzen von Krankenhäusern einbindet. Technisches Kernelement der Digitalisierung des Gesundheitswesens wird die schrittweise Einführung eines bundesweiten Systems von kompatiblen, elektronischen Patienten- und Fallakten sein, damit Patienten ihre Gesundheitsdaten zu jedem von ihnen gewählten Arzt mitnehmen können. Damit dies gelingt, bedarf es der schrittweisen Einführung eines bundesweiten Systems von kompatiblen, elektronischen Patienten- und Fallakten.


Gründung des Forums „Elektronische Patientenakte" beschlossen

Um länderübergreifende Initiativen zu stärken, hat die Gesundheitsministerkonferenz 2017 die Gründung eines Forums „Elektronische Patientenakte“ beschlossen. Auf Landesebene wird diese koordinierende Funktion das Kompetenzzentrum übernehmen. Das zur Förderung von innovativen Versorgungsformen erforderliche sektorenübergreifende Zusammenwirken wird über ein beim Kompetenzzentrum angesiedelten eHealth-Beirat erfolgen.

Für die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Versorgungsformen stellt die Landesregierung in 2017 rund 1,5 Mio. Euro und ab 2018 rund sechs Millionen Euro jährlich zur Verfügung.