Spezial: eHealth

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München,  30. Oktober 2018


Bayern macht den Weg für telemedizinische Beratungen frei

Der Bayerische Ärztetag hat das Fernbehandlungsverbot aufgehoben. Die Entscheidung erlaubt es Ärzten fortan, in der Beratung von Patienten unterstützend "Kommunikationsmedien einzusetzen". Eine ausschließliche, telemedizinische Behandlung sei demnach zulässig, wenn Sie "ärztlich vertretbar" und die "erforderliche ärztliche Sorgfalt" gegeben sei.

Um den Weg für die Telemedizin in Bayern zu ebnen, müßte die Berufsordnung für die Ärzte Bayerns (BO) im Paragraf 7 Abs. 4 wie folgt geändert werden: „Ärzte beraten und behandeln Patienten im persönlichen Kontakt. Sie können dabei Kommunikationsmedien unterstützend einsetzen. Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt, insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird und der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird."

Erst im Mai diesen Jahres hatte der Deutsche Ärztetag das Fernbehandlungsverbot gelockert und dem Vorschlag der Bundesärztekammer zugestimmt, die Telemedizin in Deutschland zuzulassen. Die Neuregelungen müssen jedoch in den Berufsordnungen der Landesärztekammern einzeln übernommen werden.

In der Schweiz und in Schweden sind Fernbehandlungen bereits erlaubt.