Spezial: BGM

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Neuss,  16. März 2017


Sieben Städte, sieben Wege – wie urbane Mobilität in der Welt neu gedacht, entwickelt & realisiert wird

Mobilität als Faktor für mehr Lebensqualität, sauberen und sicheren Lebensraum und verbesserte Gesundheit für die Bürger: Anhand sieben ausgewählter Städte zeigt die Studie „Urbane Mobilität für alle“ von der Xerox Corporation aus dem Jahr 2015 auf, wie weltweit an neuen Konzepten für multimodale, untereinander vernetzte Verkehrs- und Beförderungssysteme für Menschen und Güter gearbeitet wird – und länderspezifische Lösungen umgesetzt werden. Allen gemeinsam ist die Erkenntnis, dass „Ansätze, die sich allein auf das Auto konzentrieren, die Mobilitätskrise nicht lösen werden“, so die Autoren.

Die Herausforderung in Portland, USA, beispielsweise bestand in der Sorge um eine zunehmende Zersiedlung und Stadtflucht, wie sie in den 70er-Jahren in den USA infolge der Suburbanisierung und der Pkw-orientierten Entwicklung in vielen Städten stattfand. Portland sah die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Schäden – und setzte mit einer multimodalen Mobilitätsplanung dagegen: Sie investierte pro Jahr zwei Milliarden US-Dollar in den Bau und in die Pflege von 120 Kilometern Radweg und Fahrradinfrastruktur – und somit in die Gesundheit der Bevölkerung. Das heutige Ergebnis: Die Bevölkerung der Stadt fährt im Vergleich zu anderen US-Städten 20 Prozent weniger Auto. Die CO2-Reduktion sank in den Jahren 1990 – 2013 um elf Prozent. Portland erlebte einen Bevölkerungszuwachs und gilt heute unter jungen Akademikern als „hippe“ Stadt.

Im zweiten Beispiel – dem tropischen Inselstadtstaat Singapur – stellte nicht eine mögliche Suburbanisierung das Problem dar, sondern die begrenzte Inselfläche. Zusammen mit dem steten Bevölkerungswachstum führte sie zu Wohnungsnot und Ghetto-Bildung. Als Lösungsansatz schränkte Singapur als Erstes den Pkw-Verkehr durch ein gebührengestütztes Mautsystem ein und konzentrierte sich gleichzeitig auf den Bau von 230 Kilometern Geh- und Radwege, die zugleich erstmals Verbindungswege durch Parkanlagen und Stadtteile schufen. Klimabedingt wurden die Gehwege überdacht, um eine aktive Fortbewegung in der tropischen Hitze zu fördern. Aktuelle Planungen sehen vor, an Radknotenpunkten entlang der Strecken Duschmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer einzurichten. Mit Erfolg: Die Akzeptanz des Radfahrens steigt – und Singapur wird das Wegenetz bis zum Jahr 2030 auf mehr als 700 Kilometer erweitern.

@ Bild: Xerox Deutschland