Spezial: BGM

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Wien,  28. Juni 2018


Burnout-Risiko wird durch Analyse von Speichelproben abschätzbar

Gute Nachrichten für stressgeplagte Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Forscher haben einen medizinischen Marker für die präventive Identifikation von Menschen mit erhöhtem Burnout-Risiko identifiziert: das Hormon Cortisol.

Das als Anti-Stresshormon bekannte Cortisol aktiviert im menschlichen Körper den Abbau von Stoffwechselvorgängen und stellt ihm gleichzeitig energiereiche Verbindungen zur Verfügung. Aufgrund seiner dämpfenden Wirkung auf das Immunsystem gilt es auch als Entzündungshemmer. Cortisol wird vor allem morgens ausgeschüttet und kurbelt den Kreislauf an. Bei gesunden Menschen sinkt der Cortisol-Spiegel im Laufe des Tages soweit ab, dass er am Abend kaum noch messbar ist.

Anders sei das bei Menschen, die unter Dauerstress leiden: Der Körper hält den Cortisolspiegel viel länger im messbaren Bereich, um mit dem anfallenden Stress fertig zu werden. Wird der Stress „chronisch“, entstehen hohe Cortisol-Spiegel ohne normale Tagesrhythmik.

Diese Erkenntnis machten sich Forscher der Medizinischen Universität Wien und des Gesundheits- und Vorsorgezentrums der KFA zu Nutze und zeigten auf, dass man mit nur jeweils einer Speichelprobe am Mittag oder am Abend den erhöhten Cortisol-Spiegel nachweisen und damit das Risiko für Burnout mit einer Genauigkeit von annähernd 100 Prozent messbar machen kann. Weitere Erkenntnis der Experten: „Wir beobachteten, dass sich der klinische Verlauf und die Cortisolwerte der Patienten unter der Therapie in der von der KFA eigens dafür eingerichteten Stressambulanz besserten.“

Nun sollen weitere Studien folgen, die das gewonnene Ergebnis evaluieren und dazu führen sollen, ein valides, biochemisches Testsystem für den klinischen Alltag zu entwickeln. Mit dem Ziel, burnoutgefährdete Menschen eindeutig zu identifizieren und frühzeitig präventive Maßnahmen einleiten zu können.