Spezial: AAL

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Stuttgart / München,  26. Oktober 2015


Smart-Home-Lösungen: hohe Nachfrage nach vernetzten Alarmsystemen

Smart Home weckt bei deutschen Verbrauchern steigendes Interesse. Das zeigt die Studie „Ready for Take-off? – Smart Home aus Konsumentensicht“ von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der Technischen Universität München, bei der 1.000 Konsumenten in Deutschland zu den Erwartungen an die intelligente Hausvernetzung befragt wurden.

Beliebt sind insbesondere vernetzte Alarmsysteme für das eigene Heim: 38 Prozent sind an smarten Alarmanlagen interessiert oder wollen diese im nächsten Jahr anschaffen – meist jüngere Nutzer und Hauseigentümer. Auch Mieter stehen Smart-Home-Angeboten aufgeschlossen gegenüber. Insgesamt ist die Zahlungsbereitschaft für intelligente Lösungen relativ hoch, Bedenken zeigen Verbraucher bei der Datensicherheit. „Aus der Popularität von Smart Home ergeben sich bereits heute beträchtliche Vermarktungsmöglichkeiten. Viele Konsumenten haben sich allerdings hierzu noch keine Meinung gebildet. Über ein umfassendes Informationsangebot kann daher sogar weiteres Potenzial für die intelligente Hausvernetzung erschlossen werden“, erklärt Dr. Andreas Gentner, Partner und Leiter TMT EMEA bei Deloitte.

Zusammenspiel von Komfort und Sicherheit
Für die Beliebtheit der intelligenten Heimvernetzung sorgt primär der Wunsch nach zusätzlicher Sicherheit und höherem Komfort: Für jüngere Nutzer zählt in erster Line die Bequemlichkeit: 47 Prozent geben den zusätzlichen Komfort als Grund für ihr Interesse an Smart Home an. Die Fernsteuerung von Gebäudefunktionen erweist sich dabei als Erfolgskriterium – bevorzugtes Steuergerät ist für 49 Prozent das Smartphone.

Zahlungsbereitschaft für Zusatzdienste
Herauskristallisiert hat sich zudem eine Zahlungsbereitschaft für vernetzte Lösungen. Fast ein Viertel der Umfrageteilnehmer würde über 30 Euro im Monat für ein Smart-Home-Komplettpaket bezahlen. Die Nachfrage liegt bei Eigentümern und Mietern annähernd auf gleichem Niveau. Zudem sind zwei Drittel bereit, für Zusatzservices Geld auszugeben. Unter den 25- bis 34-Jährigen ist das Interesse besonders hoch. Davon profitieren können vor allem Wach- und Sicherheitsdienste. Es herrscht überdies eine hohe Nachfrage an Wartungs- und Installationssupport. Die Kunden wünschen sich einen Service vor Ort, kostenpflichtige Servicehotlines sind weniger gefragt.

Datenschutzbedenken stellen größtes Problem dar
Datenschutzbedenken können die Entwicklung von Smart Home bremsen: 29 Prozent fürchten um die Sicherheit ihrer Smart-Home-Nutzungsdaten. Diese Sorge ist insbesondere bei älteren Nutzern ausgeprägt. Altersübergreifend stehen nur wenige Verbraucher der Weitergabe und Verwendung ihrer Daten an und durch Smart-Home-Anbieter offen gegenüber. Viele würden ihre persönlichen Informationen nur ausgewählten Unternehmen übermitteln: Telekommunikationsanbieter genießen das größte Vertrauen, Skepsis herrscht gegenüber Internetunternehmen.

Transparenz als Wettbewerbsvorteil
Vom Thema Datensicherheit profitieren könnten heimische Smart-Home-Anbieter: Über zwei Drittel der Befragten würden ihre Daten bevorzugt einheimischen Unternehmen anvertrauen. Insgesamt bietet die steigende Beliebtheit von Smart-Home-Lösungen sowohl Geräteherstellern, Handel, Wohnungswirtschaft wie auch dem Telekommunikations- und Dienstleistungssektor Potenzial. Allerdings sind die Marktstrukturen noch nicht klar entwickelt, Konsumenten haben bei den Anbietern noch keine eindeutige Präferenz. „Viele intelligente Gebäudefunktionen werden durch die Verwendung von Nutzungsdaten erst möglich oder erheblich verbessert. Die Bereitschaft zum Teilen dieser Daten ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Smart Home. Bei Verbrauchern kann aber über eine größere Transparenz zusätzliches Vertrauen geschaffen werden“, so Prof. Dr. Alwine Mohnen, Professor für Unternehmensführung an der TU München.

 

Bild: Deloitte