Spezial: AAL

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Chemnitz,  26. Februar 2019


Projekt „Chemnitz+“ wurde erfolgreich in die Praxis transferiert

Beispiel eines gelungenen Forschungstransfers in die Lebenswirklichkeit: Das vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG), Dresden, initiierte und koordinierte Forschungsprojekt „Chemnitz+ – Zukunftsregion lebenswert gestalten“ ist nach vierjähriger Arbeit erfolgreich abgeschlossen worden – mit nachhaltig implementierten und in den Lebensalltag alternder Menschen verankerten Ergebnissen.

Zu den strategischen und operativ realisierten Zielen zählten beispielsweise Veränderungen in den Bauaktivitäten der VSWG-Genossenschaften hinsichtlich der Berücksichtigung und Umsetzung von Wohn-raumanpassungen sowie die Konzeption von Neubauten für ältere Menschen auf Grundlage der Bereitstellung und Integration von smarten Technologien. Im Fokus der Betrachtung der Wohnungswirtschaft als Gesundheitsstandort fand eine Verzahnung mit der Pflegewirtschaft, Kliniken, Präventions- und Rehabilitations-Einrichtungen statt sowie der Aufbau einer Dienstleistungsstruktur. Hier konnten als weiteres Projektergebnis unterschiedliche Zielgruppen identifiziert und sensibilisiert, Informationen vermittelt und Weiterbildungen organisiert werden.

Dr. Axel Viehweger, Vorstand VSWG: „Für die Wohnungsgenossenschaften ist die Wohnung schon lange nicht mehr nur eine bauliche Hülle, sondern wird als Schnittstelle zwischen Baulichkeit und Servicestruktur begriffen.“ Vor diesem Hintergrund sei das Hauptziel des Verbundprojektes die Entwicklung, Erprobung und Evaluation einer Implementierungsstrategie zur „integrativen Versorgung“ der Menschen in der Modell-Region „Mittleres Sachsen“ mit unterstützenden Gesundheits- und Dienstleistungsangeboten für ein langes, selbstbestimmtes Leben zu Hause gewesen.

Im Zuge der sich entwickelnden Versorgungs- und Dienstleistungs-Netzwerke standen vier übergreifende Teilziele im Fokus: Befähigung, Teilhabe, Begleitung und Unterstützung. Sie leiteten sich aus der Überzeugung ab, das „Altern nicht das Kennzeichen eines bestimmten Lebensalters ist, sondern ein komplexer, individueller Prozess, der von verschiedenen psychologischen, biologischen, sozioökonomischen und sozioökologischen Faktoren im Rahmen eines Lebensverlaufs abhängt“, sagt Projekt-Managerin Alexandra Brylok. Und da der zentrale Lebensort die Wohnung sei, würden „Veränderungen in der persönlichen Lebenssituation zuerst im Wohnbereich spürbar werden.“

Fazit des Projektes: „Zusammen mit unseren Verbundpartnern haben wir zahlreiche Lösungsbausteine zur Gestaltung einer „Gesundheits- und Dienstleistungsregion von morgen“ entwickelt“, sagt Viehweger mit Abschluss des Forschungsberichtes im Januar 2019. „Alle in Chemnitz+ definierten Konzepte und Lösungsbeispiele sind landes- und bundesweit übertragbar.“


Bild oben: Alexandra Brylok, Projektleiterin Chemnitz+ | Foto @ VSWG
Bild unten: Dr. Axel Viehweger, Vorstand VSWG | Foto @ VSWG