Spezial: AAL

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Berlin,  27. November 2015


Alterspreis 2015 geht an das Mobilitätsprojekt „Mobia – Mobil bis ins Alter“

Das Saarbrücker Projekt „Mobia – Mobil bis ins Alter“ hat den Deutschen Alterspreis 2015 der Robert Bosch Stiftung erhalten. Der mit 60.000 Euro dotierte Hauptpreis wurde für das Konzept eines altersfreundlichen und -gerechten öffentlichen Nahverkehr vergeben. Den zweiten Preis in Höhe von 40.000 Euro erhielt das Münchner „Jugendzentrum für Senioren“ von Schlagersänger Abi Ofarim. Der dritte Preis ging an Thomas Henrich für sein Engagement als „Ich-Verein für soziales Engagement“ in Fürth; er ist mit 20.000 Euro dotiert. Den Otto-Mühlschlegel-Ehrenpreis für besondere Verdienste rund um das Alter nahm das Multitalent Dr. Marianne Koch entgegen.

Schirmherrin des Deutschen Alterspreises, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig: "Es lässt sich vieles bewegen, wenn man sich engagiert, wenn man sein Umfeld mit gestalten möchte. Die längere Lebenserwartung und damit dazu gewonnene Lebensjahre für den Einzelnen sind ein großes Geschenk und eine Chance für unser Gemeinwesen. Denn in unserer Gesellschaft des langen Lebens bringen immer mehr Ältere die Zeit und die Bereitschaft mit, für andere da zu sein und neue Verantwortung zu übernehmen.“

Der Hauptpreisträger „Mobia – Mobil bis ins Alter“ von der Saarbahn GmbH bringt seine älteren Kunden problemlos durch die Stadt. Eine eigens entwickelte App ermöglicht die Planung der ÖPNV-Reiseroute und auch die Anfragen von Mobilitätslotsen. Sie helfen beispielsweise, Barrieren bei der Busfahrt zu überwinden – wenn nötig bis zur Haustür. Mobia ist aus einem Forschungsprojekt hervorgegangen, in dem gemeinsam mit älteren Saarbrückern ein nutzerfreundliches Angebot geschaffen wurde. Das Angebot soll auch über die Stadtgrenzen von Saarbrücken hinaus umgesetzt werden. 

Im Münchener „Jugendzentrum für Senioren“ können sich alte Menschen wieder jung fühlen. Wie in einem Jugendzentrum verbringen die Senioren dort unter Gleichgesinnten gemeinsam und selbstbestimmt ihre Zeit. An jedem Werktag besuchen rund hundert Senioren das Zentrum; auch Heiligabend ist das Zentrum geöffnet. Initiiert wurde es 2014 von Schlagersänger Abi Ofarim und seinem Verein „Kinder von gestern“. Die Senioren können auch die Unterstützung von Ehrenamtlichen, beispielsweise bei Behördengängen, in Anspruch nehmen. Über die Ausweitung der Institution auf weitere Standorte wird nachgedacht.

Seit seinem Einstieg in die passive Altersteilzeit engagiert sich der dritte Preisträger, der 68-jährige Thomas Henrich, in seinen Heimatstädten Fürth und Nürnberg für den guten Zweck. Als „Ich-Verein für soziales Engagement“ unterstützt er projektbezogen soziale Initiativen – selbstorganisiert und losgelöst von traditionellen Engagement-Strukturen. Er baute zum Beispiel den Seniorenbesuchsdienst beim NürnbergStift und das Mehrgenerationenhaus Nürnberg-Schweinau mit auf.

Den undotierten Otto Mühlschlegel Preis erhält Dr. Marianne Koch. Die Ärztin, Schauspielerin und Moderatorin verkörpert mit ihren knapp 84 Jahren, wie man sich im Leben immer wieder neu erfinden kann - und stellt ein generationenübergreifendes Vorbild dar. Koch begann 1949 ihr Medizinstudium, unterbrach es allerdings für eine internationale Filmkarriere. Nach Filmen mit Clint Eastwood und Gregory Peck schloss sie ihr Studium ab und praktizierte als Internistin. Später moderierte sie acht Jahre lang die Talkshow 3 nach 9 und stand von 1997 bis 2001 als Präsidentin an der Spitze der Deutschen Schmerzliga.

Eine elfköpfige Jury aus Vertretern von Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis hat im Vorfeld sechs Projekte aus über 244 Bewerbungen ausgewählt und für den Deutschen Alterspreis der Robert Bosch Stiftung nominiert. Gesucht wurden Initiativen, die zeigen, wie das Stadtleben altersfreundlicher werden kann oder wie ältere Menschen ihre Stadt engagiert und kreativ mitgestalten können.

Mit dem Deutschen Alterspreis zeichnet die Robert Bosch Stiftung seit 2012 Initiativen aus, die das Alter als attraktive und aktive Lebensphase zeigen. In diesem Jahr wurden Ideen für eine altersfreundliche Stadt prämiert.


Bilder: Robert Bosch Stiftung