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Düsseldorf/München,  07. Februar 2017


Studie prognostiziert Verdopplung an Demenzerkrankungen bis zum Jahr 2050

Die Anzahl an Demenz erkrankter Menschen wird sich in den kommenden 15 Jahren verdoppeln. Zu diesem Ergebnis kommt der "Global Healthcare und Life Sciences Outlook 2017" des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte, Düsseldorf.

Prognostiziert wird eine weltweite Steigerung der Anzahl an Demenzerkrankungen von 46,8 Mio. Fälle (2015) auf 74,7 Mio. Erkrankungen bis zum Jahr 2030. Nochmals weitere 20 Jahre vorausgeschaut, soll die Anzahl auf 131,5 Mio. Fälle steigen, vor allem in den Industrieländern Westeuropas und Nordamerikas.

Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme; sie werden durch die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Demenz belastet: In Westeuropa steigen die Gesundheitsausgaben bis zum Jahr 2020 im Durchschnitt jährlich um vier Prozent; die Hälfte der Kosten entfällt auf die Behandlung der drei häufigsten Todesursachen Herz-Kreislauf-, Krebs- und Atemwegserkrankungen.


Von Konsolidierung bis Standardisierung

Mit erwarteten Ausgabensteigerungen zwischen 2,4 und 7,5 Prozent bis zum Jahr 2020 ist der finanzielle Druck auf die Träger von Gesundheitsleistungen groß. Deshalb entwickeln sie strategische Ansätze, die von einer kontinuierlichen Konsolidierung der bestehenden Kapazitäten und einer breiteren Verteilung der Erträge über die traditionellen Leistungserbringer hinaus bis hin zu einer stringenten Prozessstandardisierung reichen. Digitale Lösungen von Telemedizin bis Big-Data-Analysen spielen ebenfalls eine zentrale Rolle.


Prävention – Deutschland gibt ein Beispiel

Ein wesentlicher Aspekt des Kostenmanagements und einer vorausschauenden Gesundheitspolitik ist die Prävention. Ein gelungenes Beispiel zeigt die Nichtraucherkampagne „Be smart – don’t start“, die an verschiedenen deutschen Schulen läuft. Die Initiative hat sich bislang als erfolgreich erwiesen: Studien bestätigen einen deutlichen Rückgang der „Einsteiger“.

Zu einer erfolgreichen Prävention gehört auch das Engagement der Patienten. So werden zum Beispiel in Kanada Zielgruppen identifiziert, die bei der Einführung neuer Gesundheitslösungen helfen sollen. In Japan gibt es Anreize für Unternehmen mit entsprechenden Angeboten für ihre Mitarbeiter.


Soziale Rahmenbedingungen spielen eine Rolle

Auch bietet die Erkenntnis, dass Gesundheitsvor- und Gesundheitsfürsorge eng mit den sozialen Umständen zusammenhängen, neue Möglichkeiten. Ein ganzheitlicher Ansatz, der individuelle, soziale und andere Faktoren berücksichtigt, erfordert eine Kollaboration verschiedener Stakeholder und Zielgruppen.
Als Hürde erweist sich vielfach die Finanzierung, da viele dieser Maßnahmen nicht von den Kassen oder vergleichbaren Trägern bezahlt werden. 


Innovation: Hightech im Dienst der Gesundheit

Nicht zuletzt sind Hightech-Entwicklungen in Form von Telemedizin, Wearables oder kommunizierenden Implantaten ein elementarer Bestandteil eines Innovationskatalogs, der Leistungen effizienter gestalten und Kosten dämpfen kann. Auch der 3D-Druck könnte in der Medizin langfristig bessere und kostengünstigere Produkte ermöglichen.