Pflege, Reha & Soziales

Exklusive Interviews

München,  04. Januar 2017


Noventi baut Netzwerkplattform im Gesundheitsmarkt aus

Bewegendes Jahr: Die Noventi GmbH, München, hat sich im Jahr 2016 strategisch neu aufgestellt und seine Tochterunternehmen in einer Beteiligungsholding zusammen­ge­führt. Ziel der Unternehmensgruppe, die aktuell mehr als 20 Beteiligungen im Gesundheits­markt umfasst, sind eine stärkere Vernetzung der weiterhin eigenständig agierenden Gesellschaften, die interne Bündelung von Synergien und der Ausbau der Marktführer­schaft in allen Seg­menten des Gesundheitsmarktes. Wirtschaftsbrief Gesundheit sprach mit dem Geschäfts­führer von Noventi, Peter Mattis, über Neuausrichtung und Zukunftsvisionen.

Das Interview führte Thordis Eckhardt.    


WIB: Herr Mattis, Noventi hat im Jahr 2016 mehrere Unternehmen, darunter weitere Abrechnungsdienstleister für Apotheken und Sonstige Leistungserbringer (SARZ und SRZH), gekauft bzw. ist Beteiligungen eingegangen. Welche Vision verfolgen Sie?

Peter Mattis: Die Noventi Group ist bereits heute Schrittmacher im Gesundheitsmarkt und sehr gut in den Bereichen Software-, Warenwirtschafts- und Abrechnungssysteme für Apotheken, Ärzte, Pflege­dienste und Sonstige Leistungserbringer aufgestellt. Diese, in der Breite einzigartige Positio­nierung werden wir durch eine aus­gewogene Wachstumsstrategie weiterhin ausbauen, Synergien innerhalb der Unternehmensgruppe forcieren und insbesondere weitere Angebote für eine intersektorale Vernetzung anbieten. Unser Produktportfolio wollen wir zudem um weitere Dienst­leistungen auch im internationalen Gesundheitswesen erweitern.  


WIB: Sie setzen auf anorganisches Wachstum. Sind für Sie in diesem Zusammenhang auch angrenzende Geschäfts­felder wie Gesundheitsimmobilien strategisch interessant?

Peter Mattis: Wir setzen strategisch auf ein stetiges, aber gesundes Wachstum. Nach dem Zukauf mehrerer Unternehmen in diesem Jahr sind erst einmal keine weiteren Investitionen in diese Rich­tung geplant. Wenn sich allerdings Gelegenheiten ergeben, so werden wir das aber selbstverständlich kritisch prüfen. Strategisch hatten wir beispielsweise vor einiger Zeit einmal den Markt der Gesundheitsimmobilien und alternativer Wohnformen, insbesondere im Pflegebereich beleuchtet – immer unter dem Aspekt von IT-Lösungen für Software- und Abrech­nungs­prozesse. Die Überlegungen werden aktuell jedoch nicht weiter verfolgt.


WIB: Wo steht Noventi im Wachstumsprozess heute?

Peter Mattis: Aktuell befinden wir uns in einer Konsolidierungsphase: Wir haben die Tochter­gesell­schaften in einer Holdingstruktur und unter der Dachgellschaft Noventi zusammengeführt, wobei die Unternehmen weiterhin namensrechtlich und operativ eigenständig agieren. In der Holding arbeiten wir an der Identifizierung von Synergien in den einzelnen Geschäftsfeldern, beispiels­weise in den Bereichen IT-, Dienstleistungs- oder Abrechnungsservices sowie Kommunikation und Marke­ting. Neben der Finanzierungssicherheit stellen wir den Tochtergesellschaften auch eine Netzwerk-Plattform zur Verfügung, die den unternehmensübergreifenden Know-how-Transfer fördert und eine optimale Zusammenarbeit ermöglicht.


WIB: Welche operativen Herausforderungen gilt es aktuell zu bewältigen?

Peter Mattis: Wir konzentrieren uns auf die Bewältigung der Herausforderungen, die der Gesundheitsmarkt mit sich bringt: Die steigenden Anforderungen an die Digitalisierung und Vernetzung von Prozessen beispielsweise, die einen Großteil unserer Kundengruppen bewegt. Unsere Aufgabe an dieser Stelle ist es, Daten für die Leistungser­bringer so aufzubereiten, dass diese sie technologisch nutzen und im Arbeitsalltag effizient einsetzen können. Immer verbunden mit einem entsprechenden Mehrwert für die jeweiligen Zielgruppen.

Mit der Digitalisierung einhergehend beschäftigen wir uns mit der Ver­netzung der Leistungser­bringer untereinander. Das betrifft unter anderem die elektronische Dokumen­tation von Prozessen - beispielsweise bei der Vervollständigung von Medikationsplänen. In diesem Zusam­men­hang arbeiten wir auch an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, die eine weitere intersektorale Verknüp­fung zwischen Ärzten und Apothekern, Pflegeeinrichtungen und Sonstigen Leistungserbringern ermöglicht, und zu guter Letzt auch den Patienten miteinbeziehen soll. Diese Erwartung wird im Übrigen auch von unseren Kunden an uns herangetragen.

Das Ziel von Noventi als Schrittmacher im deutschen Gesundheitsmarkt ist es, den Markt mit neuen Impulsen voranzubringen und eine innovative Dynamik für Zukunftsprozesse zu erzeugen.  


WIB: Herr Mattis, wir danken Ihnen für das Interview.