Pflege, Reha & Soziales

Forschung & Entwicklung

Freiburg,  26. November 2015


Neues Wissenschaftsjournal für „Klinische Pflegeforschung“ gegründet

Kostenloser Zugang und offenes Begutachtungsverfahren: „Klinische Pflegeforschung“ heißt die wissenschaftliche Online-Zeitschrift, die zum 1. November 2015 vom Universitätsklinikum Freiburg, dem Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen und der Universität Wien gegründet wurde. Ziel der Zeitschrift ist es, die professionelle Pflege durch empirische Studien zu verbessern und den wissenschaftlichen Nachwuchs an die Veröffentlichungspraxis heranzuführen. Der Zugang ist kostenfrei, der Begutachtungsprozess offen.

Bei der Zeitschrift eingereicht werden können Manuskripte zu Interventionsstudien, klinisch orientierte Übersichtsarbeiten und Fallberichte. Dr. Stefan Köberich, Mit-Herausgeber und Pflegeexperte des Universitäts-Herzzentrums Freiburg-Bad Krozingen: „Häufig werden Manuskripte ausschließlich nach ihrem wissenschaftlichen Innovationspotenzial bewertet. Das setzt aber falsche Anreize.“ Ihr Ansatz sei es, auch Forschungsberichte zu veröffentlichen, in denen bestehende Studien überprüft wurden. So soll die Evidenzbasierung in der Pflege vorangetrieben werden.“ Als evidenzbasiert wird eine medizinische Versorgung bezeichnet, die auf Erfahrungen der Fachkraft, den Erkenntnissen aus Studien und den Wünschen von Patienten beruht.


Transparenz vom Manuskript bis zur Veröffentlichung

Zusätzlich zu den eingereichten Artikeln werden auch frühere Versionen des Manuskripts sowie die Gutachten und ihre Verfasser öffentlich gemacht, auch Open-Peer-Review genannt. Das schaffe Transparenz für die Autoren und Leser. Autoren werden zudem aufgefordert, die Rohdaten ihrer Studien zu Verfügung zu stellen, um die Ergebnisse nachvollziehbar zu machen. Die Veröffentlichung der Artikel erfolgt im Abschluss an den  Begutachtungsprozess.

Zielgruppe der Zeitschrift sind professionell Pflegende und Studierende. Für Absolventen der Pflegewissenschaften sind spezielle Rubriken für „Bachelorarbeit“ und „Masterarbeit“ angelegt. „Wir möchten dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Angst vor dem Publikationsprozess nehmen. Der offene und transparente Begutachtungsprozess wird dabei mit Sicherheit helfen“, sagt Dr. Köberich.

Die Texte der "Klinische Pflegeforschung" sollen laienverständliche Zusammenfassungen enthalten, um die Themen der Pflegeforschung in die Öffentlichkeit zu tragen.