Pflege, Reha & Soziales

Exklusive Interviews

Mountain View,  29. Oktober 2019


Interview Kamaljit Behera | Frost & Sullivan | Blockchain

"Nationale Gesundheitsakte ist wichtigste DLT-Anwendung.“

Die Blockchain-Technologie hat das Potential, den Gesundheitsmarkt zu revolutio­nie­­ren. Der Schwerpunkt liegt in Deutschland aktuell auf den drei Anwendungsfeldern Nationale Gesundheitsakte, Serialisierung von Lieferketten für Medizinprodukte und Arzneimittel sowie Forschung und klinische Studien. Wirtschaftsbrief Gesundheit sprach mit dem Leitenden Branchenanalysten Transformational Health des globalen Beratungsunternehmen Frost & Sullivan, Kamaljit Behera.


Das Interview führte: Thordis Eckhardt

WIB: Die Bundesregierung hat die Einführung der Blockchain-Strategie beschlossen. Was bedeutet das Ihrer Meinung für die Umsetzung in Unternehmen in Deutschland?

Kamaljit Behera: Bisher ist es so, dass viele Länder einen überwiegend technologieneutralen Regulierungsansatz verfolgen und bestimmte Technologien wie Blockchain weder besonders fördern noch verbieten. Bei der Implementierung eines strukturierten Rahmenwerkes für die Einführung der Blockchain-Strategie ist Deutschland einer der Vorreiter in der EU-Region.

Die Regierung erarbeitet derzeit eine nationale Strategie und einen rechtlichen Rahmen, um das Potenzial der Blockchain-Technologie für alle Wirtschaftszweige mit ihren ganz unterschiedlichen Anwendungsanforderungen nutzbar zu machen. In der FinTech-Branche liegen viele Anwendungsbereiche bereits auf der Hand, beispielsweise Wertpapiere, Geld, Krypto-Assets und stabile Münzsysteme.

Das wahre Chancenpotential dieser Technologie liegt aber in der Anwendung als grundlegende Vertrauens- und Sicherheitsmethode beispielsweise für Bereiche wie das Identitätsmanagement von Bürgern, die E-Governance und rechtliche Workflows sowie für öffentliche Distributionssysteme wie das Gesundheitswesen.

Die Bundesregierung hat in ihrem vor Kurzem veröffentlichten Papier zur nationalen Blockchain-Strategie deutlich gemacht, dass das digitale Identitätsmanagement der Bürger hierbei in naher Zukunft Priorität haben wird. Dies liegt vor allem darin begründet, dass das Blockchain-basierte Identitätsmanagement für Bürger Grundlage für eine erfolgreiche und skalierbare Implementierung und Bereitstellung einer Reihe Blockchain-basierter Anwendungen auf nationaler Ebene ist. Zu nennen wären hier beispielsweise die Führung von Personenstandsakten, Dokumentenregistrierungen sowie das Pass- und Personalausweiswesen. Meines Erachtens sollte sich Deutschland das Ziel setzen, bis 2019 mindestens 50 % der Bürger in ausgewählten Städten eine Blockchain-basierte digitale Identifikation zu ermöglichen, was die Durchführung eines ersten Pilotprogramms bedeuten würde. Estland bietet ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Blockchain-Technologie auf nationaler Ebene für EU-Länder wie Deutschland, die noch am Anfang des Weges stehen.  


WIB: Welche globalen Entwicklungen können Sie in der Gesundheitsbranche hinsichtlich der Blockchain-Technologie seit Ihrer Studie im Jahr 2017 beobachten?  

Behera: Wie die Frost & Sullivan-Studie von 2019 mit dem Titel Global Blockchain Technology Market in the Healthcare Industry, 2018–2022 zeigt, wurden in den letzten sechs bis 18 Monaten im Gesundheitswesen häufiger denn je Übergänge von explorativen Machbarkeitsstudien hin zu lösungsorientierten kommerziellen Bereitstellungen und Kooperationen vollzogen.

Unsere Forschungsergebnisse zeigen beispielsweise, dass es im ersten Halbjahr 2019 im Gesundheitssektor weltweit mehr als 15 kommerziell eingesetzte Blockchain-Projekte und über zehn aktive Arbeitsgruppen gab. Dieser anfängliche Erfolg wird voraussichtlich Erstanwender anlocken, die bereits darauf warten, an Bord gehen zu können, woraus der dringend benötigte Netzwerkeffekt im Gesundheitswesen resultieren wird.

Wir schätzen, dass der weltweite Markt für Blockchain-Technologie im Gesundheitswesen bis zum Jahr 2022 500 Millionen US-Dollar überschreiten und zwischen den Jahren 2018 und 2022 eine jährliche Wachstumsrate von 61,4 Prozent aufweisen wird. Es wird erwartet, dass Krankenkassen, Dienstleister und Pharmaunternehmen die Erstanwender von Blockchain-Systemen unter den Akteuren der Gesundheitsbranche sein werden.  

Was Investitionen betrifft, zeigt die Untersuchung von Frost & Sullivan, dass etwa 94 Anbieter von Blockchain-Technologie für das Gesundheitswesen zwischen 2015 und 2019 (erstes Quartal) insgesamt 808,38 Millionen US-Dollar aufgebracht haben, sowohl durch Initial Coin Offering als auch in Form von traditionellem Risikokapital. Blockchain-Unternehmen, die Infrastruktur- und Technologieberatung, elektronische Gesundheitsakten, Forschung und klinische Studien, dezentrale Anbieternetzwerke und Bezahllösungen, virtuelle und bedarfsgesteuerte Gesundheitsversorgung sowie Gesundheitsdatenaustausch- und Marktplatzlösungen bieten, trugen mit mehr als 80 Prozent zum Finanzierungswert im genannten Zeitabschnitt bei.

Unternehmen mit Hauptsitz in den USA bringen dabei den Löwenanteil der Finanzierung von Blockchain-Lösungen im Gesundheitswesen auf. Aufgrund günstiger Regierungspolitik, gesetzlicher Initial Coin Offering- / Krypto-Regulierungen und einer Innovationskultur ist es in den letzten zwei bis drei Jahren insbesondere Ländern wie Estland, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Russland, Südkorea und Singapur gelungen, einige der größten Blockchain-Initial Coin Offerings / -Finanzierungen zu erlangen.  


WIB: Welche Anwendungsfelder haben sich in der deutschen Gesundheitsbranche bisher entwickelt?  

Behera: In unseren Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass die folgenden drei Blockchain-Anwendungsbereiche im deutschen Gesundheitsmarkt derzeit die größte Rolle spielen:  

> Lieferketten für pharmazeutische Arzneimittel und Medizinprodukte:
Die EU-Richtlinie gegen Arzneimittelfälschungen (Falsified Medicines Directive, FMD) und die bevorstehende EU-Verordnung über Medizinprodukte (Medical Devices Regulation, MDR) machen Blockchain-basierte Serialisierung zu einer zeitgemäßen Lösung.

Permissioned Blockchain-Systeme erhöhen beispielsweise die Herkunftssicherheit in Pharmazeutika-Lieferketten und reduzieren somit Fälschungen. Auf diese Weise wird die Einhaltung von Serialisierungsregulierungen (Sendungsverfolgungsvorschriften) sichergestellt. Ähnlich werden Distributed Ledger Technologie (DLT)-basierte Shared Service-Aufzeichnungen die Produktkette für das Lebenszyklus-Management von Medizinprodukten abbilden, um Unique Device Identification (UDI)-Anforderungen effizient gerecht zu werden.

Vereinigungen wie die Innovative Medicine Initiative (IMI) und der Europäische Dachverband der Arzneimittelunternehmen und -verbände (EFPIA) haben in Zusammenarbeit mit führenden Pharmaunternehmen ein Pharma-Blockchain-Konsortium gegründet, um die Einführung von Blockchain in der gesamten Arzneimittelversorgungskette und bei klinischen Studien zu evaluieren, zu entwickeln und zu beschleunigen.

Auf Anbieterseite stellt die trace key solutions GmbH Blockchain-fähige und cloudbasierte Serialisierungslösungen zu Verfügung, die den Richtlinien für gute Arbeitspraxis entsprechen. Im Bereich Medizinprodukte entwickelt derzeit Spiritus Partners Inc. in Zusammenarbeit mit der Edinburgh Napier University, dem Nationalen Gesundheitsdienst Schottland (NHS Scotland) und anderen Teilnehmern der Branche eine DLT-basierte Unternehmensplattform, durch die die Sicherheit von Medizinprodukten während ihrer gesamten Lebensdauer gewährleistet werden soll.  

> Forschung & klinische Studien:
Die Gesundheitsbranche geht mehr und mehr zu Präzisionsmedizin und patientenzentrierter Versorgung über und für Forschung und klinische Studien wird die Rolle individueller Gesundheitsdaten und realer, während der Gesundheitsversorgung erhobener Evidenz (Real World Evidence, RWE) immer wichtiger. Die zunehmende Präferenz für eSource- und RWE-Daten erhöht jedoch die Kosten- und Prozesskomplexität in Zusammenhang mit ethischer Datenerfassung und -verwaltung, IT-Systemintegration und Nachvollziehbarkeit für Aufsichtsbehörden.

Blockchain unterstützt hier eine neuartige Zusammenarbeit von Prozessteilnehmern und Forschern, die Innovationen in der Medizin vorantreiben wird. Forschungseinrichtungen, Pharmaunternehmen und akademische Einrichtungen können die Blockchain-Technologie dazu nutzen, datenschutzsichernde Verbundmodelle für die gemeinsame Forschung zu entwickeln.

Eine solche Initiative ist das Project MELLODDY, eine von IMI finanzierte Blockchain-Arbeitsgruppe, in der führende globale Pharmahersteller, Technologieunternehmen und akademische Einrichtungen europaweit zusammenarbeiten. Bei erfolgreicher Implementierung und Skalierung wird erwartet, dass MELLODDY die größte Sammlung kleiner Moleküle mit definierter biochemischer oder zellulärer Aktivität enthält, die den durch künstliche Intelligenz gesteuerten Forschungsarbeitsraum für Wirkstoff-Targeting und -Analyse transformieren wird.

Des Weiteren bietet Blockchain eine sichere Plattform zum Speichern und Verwalten von Patienteneinwilligungen für den Austausch persönlicher Gesundheitsinformationen und Real World Data mit Forschern und klinischen Studien der Pharmaindustrie. Jüngste Untersuchungsergebnisse von Frost & Sullivan zeigen, dass Healthbase, Hypertrust X-Chain, Innoplexus AG und Shivom zu den wichtigsten in Deutschland tätigen Unternehmen in diesem Bereich gehören.    

> Elektronische Gesundheitsakten / nationale Gesundheitsakten:
Mangelnde Interoperabilität kostet jährlich 150.000 Menschenleben und 18,6 Milliarden US-Dollar. Elektronische Gesundheitsakten gelten als einer der wichtigsten DLT-Anwendungsbereiche in der Gesundheitsbranche. Hierbei soll eine gegenseitige Nutzung von Gesundheitsdaten durch eine vertrauenswürdige patientenorientierte Datenverwaltung ermöglicht werden.

Das digitale Identitätsmanagement der Bürger wird in naher Zukunft für die Bundesregierung ein vorrangiges Thema sein und DLT-Anwendungen für die Gewährleistung von Vertrauen und Sicherheit beim Austausch von Patientendaten sind ein nächster logischer Schritt.  Andere europäische Länder wie Estland und das Vereinigte Königreich haben bereits auf nationaler Ebene Blockchain-Anwendungen für Gesundheitsakten implementiert. In Deutschland hat der Blockchain-Anbieter AICOSOFT begonnen, sich mit derartigen Anwendungen zu befassen.    


WIB: Wie schätzen Sie das Potential von Blockchain für die Gesundheitsversorgung ein?

Behera: DLTs werden von Telemedizin- und Digital Health-Anbietern genutzt werden, um Datenwissenschaften, Analysedienste und innovative patientenzentrierte Versorgungsmodelle zu monetarisieren. Blockchain-basierte Gesundheitsakten-Anbieter sehen Telemedizin-Dienste beispielsweise als einen logischen weiteren Schritt, durch den ihrer Patientengemeinschaft datenbasierte Erkenntnisse und Gesundheitsdienste angeboten werden. Telemedizinplattformen nutzen DLTs und Smart Contracts, um ein dezentrales Netzwerk für eine bedarfsgesteuerte Gesundheitsversorgung bereitzustellen, die z.B. Diagnosen, Zweitmeinungen und Medizintourismus einschließt. Eine DLT-basierte Token-Währung kann zum direkten Kauf / Verkauf von Gesundheitsdiensten verwendet werden, um Verwaltungskosten und -aufwand zu reduzieren.Weitere Anwendungsbereiche wären beispielsweise die Teleradiologie und dezentrale Gesundheitsmärkte, die Versorgungskoordinierung und Anreize für Patienten zu einem gesunden Lebensstil fördern und die Kostenkurve nach unten verschieben.    


WIB: Wo stehen wir aktuell hinsichtlich einer wertebasierten Gesundheitsversorgung?

Behera: Die digitale Demokratisierung von Versorgungsmodellen und die Entwicklung hin zu einem wertebasierten Versorgungsparadigma erfordern, dass Gesundheitsdienstleister IT-Standards und die fortschreitende Interoperabilität besser nutzen. Das Fehlen vertrauenswürdiger Frameworks und mangelnde Integration von vorhandenen Gesundheits-IT-Systemen haben jedoch zu Informationssilos geführt. Die Herausforderungen bei der Interoperabilität von Gesundheitsdaten gehören zu den größten Hindernissen für eine datengesteuerte, ergebnisorientierte Versorgung.

Die Blockchain-Technologie verspricht hier einen neuen Interoperabilitätsansatz. Die einzigartigen Eigenschaften der Technologie ermöglichen einen unveränderlichen und vertrauenswürdigen Arbeitsablauf mit einer „einzigen Quelle der Wahrheit“, wodurch die Integrität beim Austausch von Gesundheitsdaten gewährleistet, Cyber-Bedrohungen minimiert und Governance-Anwendungen für Gesundheitsdaten verbessert werden. Gesundheitsdaten-Unternehmen können DLT-basierte Längsschnitt-Gesundheitsdaten, einschließlich stationärer, ambulanter und RPM-Daten, verwenden, um die Koordination der klinischen Versorgung zu verbessern und Ärzten dabei zu helfen, medizinische Notfallsituationen effektiv zu bewältigen, was für eine wertorientierte Versorgung unbedingt erforderlich ist.

Darüber hinaus bedeutet die Bereitstellung von Blockchain zusätzlich zu vorhandenen Gesundheits-IT-Systemen eine weitere Vertrauens- und Sicherheitsebene, durch die verwaltungsbedingte Ineffizienzen minimiert werden, indem herkömmliche Treuhänder-Administratoren oder Inhaber von Registrierungsdatenbanken im bestehenden Gesundheitsdatenaustauch-Workflow ersetzt werden.

Es muss außerdem darauf hingewiesen werden, dass Schätzungen der Branche zufolge jährlich etwa 455 Milliarden US-Dollar der weltweiten Gesundheitsausgaben durch Betrug, Verschwendung und Missbrauch verloren gehen. Die Blockchain-Technologie verspricht neue wirtschaftliche Vorteile, indem kostenintensive Überwachungen überflüssig und Transaktionsservices im Workflow wie Schadensregulierungen, Rechnungsmanagement, zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltungen, Arzneimittelversorgungsketten und andere Vertragsabwicklungsprozesse automatisiert werden. Ein Blockchain-basiertes verteiltes Kontobuch erleichtert kosteneffiziente Geschäftsbeziehungen, in denen praktisch alles von Wert nachverfolgt und gehandelt werden kann, ohne dass eine zentrale Kontrollinstanz erforderlich ist.

Die erfolgreiche Implementierung von Blockchain-Systemen wird zu völlig neuen Möglichkeiten für ergebnisorientierte Versorgungsleistungen und Erstattungsmodelle in allen Arbeitsabläufen des Gesundheitswesens führen und wahrscheinlich Milliarden von Dollar in der Branche einzusparen.  


WIB: Mit welchen großen Umwälzungen aufgrund der Blockchain-Technologie haben Nutzer in der Gesundheitsbranche Ihrer Meinung nach in Zukunft zu rechnen? 

Behera: Die jüngsten Forschungsergebnisse von Frost & Sullivan lassen auf folgende Auswirkungen auf die wichtigsten Interessengruppen der Gesundheitsbranche schließen:

> Mittel- bis langfristig wird erwartet, dass dezentrale Krankenversicherungs- und Zahlungsmodelle an Bedeutung gewinnen, wobei das vertrauenswürdige Protokoll von DLT für den Zugriff auf individuelle Gesundheitsdaten genutzt wird, um Leistungsdatenbanken zu führen und verbraucherorientierte Versicherungsprogramme zu promoten.

> In den nächsten drei bis fünf Jahren wird die Qualifizierungsprüfung für Fachkräfte im Gesundheitswesen die Grundlage für das neu entstehende Modell der virtuellen Leistungserbringung bilden, sodass neue Gesundheitsfachkräfte direkt eingestellt werden können.

> Die Integration von DLTs, Smart Contracts und Internet der Dinge wird die Einhaltung von Qualitätsstandards verbessern und die logistische Sichtbarkeit temperaturempfindlicher biologischer Arzneimittel verbessern.

> Blockchain kann zu einer optimierten sicheren Nachverfolgung und Verwaltung von Milliarden von Medizinprodukten und damit zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.  

> Blockchain wird als ein Katalysator für vertrauenswürdige digitale Workflows angesehen und seine Konvergenz mit anderen aufkommenden Technologien wie KI, Analytik und Internet der medizinischen Dinge sowie mit Versorgungsmodellen wie Telemedizin und Teleradiologie wird voraussichtlich dezentrale Lernsysteme schaffen.

> In Zukunft wird die Distributed Ledger Technology (DLT) von Telemedizinprodukt-Anbietern und Technologiegiganten wie Apple, Amazon, Google und Microsoft genutzt werden, um Datenwissenschaften, Analysedienste und innovative patientenzentrierte Versorgungsmodelle zu monetarisieren.

> Um das wahre Potenzial von DLT ausschöpfen zu können, muss die Gesundheitsbranche der Gründung von Blockchain-Arbeitsgruppen / -Konsortien Priorität einräumen, sodass ein kollaboratives Ökosystem für die Exploration und Entwicklung fokussierter Anwendungsbereiche geschaffen und Governance-Standards für kommerzielle Skalierbarkeit und zukünftigen Erfolg erarbeitet werden können.  

Auf der Grundlage unserer neuesten Forschungsergebnisse werden im Folgenden einige strategische Anforderungen und Berücksichtigungen aufgeführt, die für die kommerzielle Einführung von Blockchain notwendig sind:  

> Trotz aller Bemühungen steckt die Anwendung der Blockchain-Technologie im Gesundheitswesen noch in der Anfangsphase. Im Gegensatz zu anderen Technologien handelt es sich bei Blockchain um einen reinen Netzwerkfluss, weshalb das Netzwerk-Governance-Framework für die Skalierbarkeit und den zukünftigen Erfolg von entscheidender Bedeutung ist.

> Es ist auch wichtig zu wissen, dass die Blockchain-Technologie vorhandene Unternehmens- und Sicherheits-IT-Systeme nicht ersetzen wird. Sie sollte als eine Konvergenz-Technologie angesehen werden, die eine weitere Vertrauensebene und zusätzliche Überprüfbarkeit bietet, sodass eine bessere Koordination der Gesundheitsversorgung erreicht werden kann.  

> Da sich die meisten Blockchain-Projekte und -Anbieterlösungen in einem frühen Stadium befinden, ist es für Einkäufer im Gesundheitswesen von entscheidender Bedeutung, eine gründliche Prüfung vorzunehmen, um in die vielversprechendsten Optionen zu investieren oder sich mit diesem zu befassen.

> Außerdem ist die Blockchain-Technologie kein Allheilmittel für die Herausforderungen des Gesundheitswesens. Es ist wichtig, die Eignung der Technologie für jedes einzelne Unternehmen und jede einzelne Anwendung zu beurteilen. Wir haben in diesem Zusammenhang einen „Lackmus-Test“ entwickelt, um unsere Kunden im Gesundheitswesen dabei zu unterstützen, die Eignung der Blockchain-Technologie für ihre Geschäfts- und Anwendungsschwerpunkte zu beurteilen. 

Eine Kurzfassung der Studie von Frost & Sullivan aus dem Jahr 2019 mit dem Titel “Global Blockchain Technology Market in the Healthcare Industry, 2018–2022” steht hier zur Verfügung: frost.ly/blockchain