Pflege, Reha & Soziales

Technologien & Anwendungen

Stuttgart,  13. Juni 2019


Intelligenter Pflegewagen navigiert autonom an geplante Einsatzorte

Service-Robotik für die Pflege: Der autonome fahrende „intelligente Pflegewagen“ des Fraunhofer IPA hat sich in Praxistests in Pflegeeinrichtungen und Kliniken bewährt. Ziel war es, dem Personal Laufwege zu ersparen und den Aufwand für die manuelle Dokumentation verbrauchter Materialien zu reduzieren.

Getestet wurde der modular aufgebaute „intelligente Pflegewagen“ beispielsweise im Seniorenzentrum Waldhof, im Ida-Scipio-Heim und im Universitätsklinikum Mannheim. Dort war er jeweils mit Wäscheutensilien bzw. mit Verbandsmaterialien bestückt. Die Pflegekräfte in den Einrichtungen bestellten ihn per Smartphone zum gewünschten Einsatzort – und der intelligente Pflegewagen navigierte auf Basis des Navigationsverfahrens fahrerloser Transportsysteme selbständig an den gewünschten Ort. Lag dieser in einem anderen Stockwerk, benutzte der Pflegewagen automatisch den Fahrstuhl. Parallel erkannte der Service-Roboter mithilfe eines 3D-Sensors und einer Objekterkennungs-Software das entnommene Material und dokumentierte den Verbrauch automatisch. Sobald ein Pflegeutensil zur Neige ging oder sich die eigene Akkuleistung verringerte, fuhr der Pflegewagen nach Freigabe durch das Pflegepersonal selbständig in das Lager oder an die Ladestation.

Eine weitere Funktion des Pflegewagens: Der grundsätzlich abgeschlossene Wagen konnte erst durch die Pflegekraft geöffnet werden, wenn sie sich zuvor am Tablet angemeldet hatte. Auf diese Weise konnten auch Materialien transportiert werden, die ursprünglich in abgeschlossenen Zimmern lagerten und bei Bedarf erst geholt werden müssten. Während der Roboter in den Altenpflegeeinrichtungen direkt vom Pflegepersonal auf der Station mit fehlenden Wäscheutensilien aufgefüllt wurde, war der im Universitätsklinikum eingesetzte Wagen bereits in umfangreichere logistische Prozesse der Klinik eingebunden. Die Modulkörbe mit den Verbandsmaterialien wurden dabei in der zentralen Krankenhauslogistik befüllt und auf die Stationen geliefert, sodass das Pflegepersonal leere Modulkörbe nur noch durch fertig gepackte ersetzen, nicht aber alle Utensilien selbst zusammenstellen musste.

Um den Aufwand für das Personal weiter zu reduzieren, arbeitet das Fraunhofer IPA aktuell an einer Lösung, den Modulkorbwechsel ebenfalls zu automatisieren.


Bild: © Fraunhofer IPA