Pflege, Reha & Soziales

Märkte & Unternehmen

Braunschweig,  27. Mai 2014


Gesundheitstourismus: Boom hängt von Angeboten im 2. Gesundheitsmarkt ab

Der Begriff „Gesundheitstourismus“ ist eine Erfindung – der Markt ist es nicht, Angebot und Nachfrage bestimmen die Entwicklung. Eine – analog des klassischen Tourismus – viel versprechende: Im vierten Jahr in Folge stiegen die Übernachtungszahlen; von 380,3 Mio. in 2010 auf 411,0 Mio. in 2013.

Eng mit dem Tourismus verbunden ist der Gesundheitstourismus: Ein Teilmarkt, bei dem medizinische Behandlungen und Gesundheitsdienstleistungen im Fokus stehen. Nach Prof. Dr. Anja Brittner-Widmann, Duale Hochschule Baden-Württemberg-Ravensburg, gliedert sich Gesundheitstourismus in Patienten-, Kur- und Wellness-Tourismus und in gesundheitsorientiertem Urlaub. Unterschiede gibt es in der medizinischen Indikation, in der Unterbringung und Finanzierung. Angebote stammen aus dem ersten und aus dem zweiten Gesundheitsmarkt: Während ersterer über GKV und PKV fremdfinanziert wird, fokussiert der zweite das Privatbudget der Gesundheitstouristen. Aus diesem Grund müssten Angebote für Selbstzahler anders konzipiert sein als KV-finanzierte, so die Autoren einer Veröffentlichung im Jahrbuch „Healthcare Marketing 2013“. Daran mangele es: Nur 45 Prozent der über die Deutsche Zentrale für Tourismus und die Landesmarketingorganisationen buchbaren Angebote wären für Gesundheitstouristen interessant. Hier jedoch liegt perspektivisch das eigentliche Marktpotential.