Pflege, Reha & Soziales

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Berlin,  21. Juli 2017


Charité will mit Partnern Roboter als Begleiter für ALS-Patienten entwickeln

Die Charité, Berlin, und die Pflegewerk Berlin GmbH wollen zusammen mit Partnern aus der Industrie und der Hilfsmittelversorgung einen Robotikarm entwickeln, der Betroffenen zu mehr Eigenständigkeit im täglichen Leben verhilft. Das kürzlich gestartete Projekt Robina wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bis zum Jahr 2020 mit rund 1,8 Millionen Euro finanziert.

Hintergrund: Rund 7.000 Menschen in Deutschland leiden an Amyotropher Lateralsklerose (ALS). Die Erkrankung des zentralen Nervensystems wirkt sich vor allem auf die Muskulatur aus und führt zu Lähmungen. ALS-Erkrankte sind auf Hilfsmittel angewiesen, die ihnen die Aktivitäten des Alltags erleichtern.

Auf Basis einer Bedürfnisanalyse und einer praxisnahen Visualisierung der notwendigen Versorgungsabläufe von Patienen soll ein Prototyp eines Roboterarms erstellt werden, der im Pflegealltag erprobt wird. „Wir wollen mit dem Roboterarm keine Pflegkräfte ersetzen, wir wollen die Ressourcen der Pflegenden gezielter nutzen und den Betroffenen zu mehr Selbstbestimmung verhelfen“, erklärt Jörn Kiselev, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité. Der robotergestützte Arm soll an Bett oder Rollstuhl angebracht werden und mittels Augenbewegung oder Gesten gesteuert werden können. Das soll besonders in komplexen Pflegesituationen Pflegebedürftige und Pfleger entlasten.