Pflege, Reha & Soziales

Märkte & Unternehmen

Kiel,  20. Juni 2017


6K Klinikverbund Schleswig-Holstein lebt Netzwerk-Kooperation in der Versorgung

Mit Weitsicht gegen den Trend der Klinik-Privatisierung: Seit dem Zusammenschluss mehrerer Kliniken im Norden Deutschlands im Jahr 2000 zum heutigen 6K Klinikverbund Schleswig-Holstein hat sich die Kooperation auf nahezu jeden Bereich der medizinischen Versorgung ausgeweitet und zeigt vielfältige intersektorale und hierarchieübergreifende Erfolge.

Gegründet im Jahr 2000 von den drei kommunalen Kliniken Heide/Brunsbüttel, Itzehoe und Neumünster als Reaktion auf die zunehmende Klinikprivatisierung, stellt der mittlerweile auf sechs Krankenhäuser angewachsene Klinikverbund ein Drittel der Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein sicher. „Das ist eine tolle Entwicklung, von der die Häuser, ihre Mitarbeiter und besonders die Patienten profitieren“, sagt Vorstandsvorsitzende Dr. Roland Ventzke. „Als Verbund können wir administrative Kräfte bündeln, fachliche Kompetenzen teilen und medizinisches Wissen vereinen.“

Konkret verantworten die Imland Kliniken Eckernförde und Rendsburg den Einkauf, die Apotheke und die Technik. Die EDV wiederum wird vom Klinikum Itzehoe hauptverantwortlich betreut, die Finanzbuchhaltung und das Controlling hat das FEK Neumünster übernommen. Die Themen des Personalbereiches, Schwerpunkt Aus-, Fort- und Weiterbildung, werden vom Westküstenklinikum Heide/Brunsbüttel koordiniert und für das Qualitätsmanagement ist die Fach- und Rehabilitationsklinik Bad Bramstedt zuständig. Aus dem Verbund- und Synergiegedanken heraus konnten unter anderem Großprojekte wie das 1,35 Millionen Euro umfassende Weiterbildungsprojekt „Kompetenznetz Krankenhäuser in Schleswig-Holstein“ realisiert werden, an dem rund 1.000 Mitarbeiter sowohl fachlich als auch in Führung und verschiedenen Schlüsselkompetenzen weiterqualifiziert wurden. „Dies hat zu einer deutlichen Verbesserung der hierarchieübergreifenden und der berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit geführt“, so der Klinik-Verbund.

Der Verbund mit den fünf Schwerpunktkrankenhäusern und der Fachklink Bad Bramstedt betreut mit rund 10.000 Mitarbeitern annähernd 150.000 stationäre und über 220.000 ambulante Patienten. „Als kommunale Krankenhäuser sind wir nicht auf Profit ausgerichtet. Das gilt für die Strukturen des Verbundes ebenso wie für die Einzelhäuser“, betont Alfred von Dollen, Geschäftsführer in Neumünster. Und Ventzke ergänzt: „Unser Augenmerk legen wir auf die langfristigen Bedürfnisse der Versorgungsregionen, die im Flächenland Schleswig-Holstein mit seiner alternden Gesellschaft eine besondere Herausforderung darstellen.

Der 6K Klinikverbund Schleswig-Holstein zahlt sich aus – für die Patienten und die Häuser: So wurde beispielsweise in den Bereichen Kardiologie, Orthopädie und Nahtmaterial für die Ausstattung aller Häuser eine Standardisierung und damit eine Bündelung von Umsätzen erzielt. Das eingesparte Geld wird nach Aussagen des Verbundes zur Patientenversorgung eingesetzt.