MedTech

Forschung & Entwicklung

02. Oktober 2015


Perfekte Implantate können denken und den Druck selbständig anpassen

Der Stoff, aus dem die Implantate sind: Nach vierjähriger Forschung auf dem Gebiet der Medizintechnik hat das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, Standort Chemnitz und Dresden, einen Durchbruch bei der Entwicklung unkonventioneller Materialverbünde erzielt: Die Forscher entwickelten unter anderem Materialien mit integriertem Funktionswerkstoff. Institutsleiter Prof. Dr. Welf-Guntram Drossel, Bereichsleiter Mechatronik und Funktionsleichtbau: „Wir integrieren beispielsweise ein Formgedächtniselement in ein Implantat, um einen krafthomogenen Anpressdruck am Knochen zu erhalten. Es passt sich selbstständig und aktiv an veränderte Bedingungen an und ist also eine Kombination von Konstruktions- und Funktionswerkstoff. Damit haben wir Technologie und Werkstoff in Einklang gebracht.“ Diese Kombination aus Software und Mechatronik sichert unter anderem den korrekten Sitz von Implantaten.

In Kooperation mit dem „Kunstgelenk Netzwerk Endoprothetik“, das das IWU mit dem Universitätsklinikum Leipzig initiierte, wurde zudem eine Implantations-Planungssoftware, ein Meßsystem zur Ermittlung des Hüftrotationszentrums und der Beinlänge sowie ein modulares Hüftimplantat als Gesamtlösung entwickelt.

Bildunterschrift: In der klinischen Praxis bewährt: Ein Augenhöhlen-Implantat ersetzt die frakturierte knöchernde Augenhöhlen-Struktur (Orbita).

Bild: Fraunhofer IWU