MedTech

Forschung & Entwicklung

Hamm,  26. Oktober 2016


Internetportal für telemedizinische Lifestyle-Programme gestartet

Telemedizinisches Internetportal für Diabetiker: Das Fraunhofer-Anwendungszentrum Symila, Hamm, hat ein telemedizinisches System für das Deutsche Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) entwickelt. Als Herzstück des eHealth-Interventionssystems für Diabetes-Typ 2-Patienten integriert das Portal die mit telemedizinischen Geräten gesammelten Daten, erstellt Auswertungen und ermöglicht eine personalisierte Ansprache durch Coaches des DITG. Ziel des Online-Portals sind Gesundheitsberatung und  Monitoring von Patienten. Nach eigenen Angaben soll das Portal den sicheren Austausch von gesundheitsbezogenen Daten gewährleisten; es wird in einem eigenen Rechenzentrum betrieben.

Die Funktionsweise ist einfach: Programmteilnehmer erhalten verschiedene telemedizinische Geräte zur Vitaldatenerfassung - beispielsweise Blutzuckermessgerät, Waage und Schrittzähler - deren Messwerte in Echtzeit im Portal zusammenlaufen. Dort werden die Daten grafisch aufbereitet und stehen dem Teilnehmer und den Coaches des DITG zur Verfügung. Beim Überscheiten vorher definierter Richtwerte versendet das Portal automatisiert Warnungen. Die Coaches können situationsangepasst intervenieren und etwaigen Risikosituationen gezielt begegnen.

Das Portal arbeitet auf Basis einer offenen System-Architektur mit flexiblen Schnittstellen und ist modular aufgebaut, sodass weitere Erkrankungen ebenfalls monitort werden könne, beispielsweise Herzinsuffizienz oder chronische Atemwegserkrankungen (COPD). "Die digitale Souveränität der Patienten ist uns besonders wichtig", sagt Prof. Dr. Harald Mathis, Leiter der Abteilung für Biomolekulare optische Systeme (BioMOS) des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT und Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums Symila. "Am Beispiel der Daten des DITG-Systems zeigen wir, wie der Datenaustausch zwischen Patienten, Ärzten, Krankenhäusern und weiteren Beteiligten sicher und effizient durchgeführt werden kann."

Die Lösung bewegt sich ganz im Sinne des in der Fraunhofer-Initiative "Industrial Data Space (IDS)"  postulierten "Medical Data Space (MedDS)", einem virtuellen Datenraum, der den sicheren Austausch und die einfache Verknüpfung von medizin- und gesundheitsbezogenen Daten aus unterschiedlichen Quellen auf Basis von Standards und mithilfe gemeinschaftlicher Governance-Modelle unterstützt. Ziel ist die Steigerung von Diagnose-, Vorsorge- und Behandlungsqualität sowie ein verbessertes Therapiemonitoring.