MedTech

Technologien & Anwendungen

Braunschweig,  07. Juli 2015


Fertigungstechnik für Medizinprodukte: „Werkzeuge sind keine Katalogware“

Maßgeschneiderte Entwicklung von Werkzeugen: Die Fertigungstechnik für medizintechnische Produkte, Instrumente und Implantate stellt besondere Herausforderungen an Unternehmen, die sich auf die Entwicklung und Produktion von Werkzeugen spezialisiert haben. „Der Bedarf an Werkzeugen, die sehr anspruchsvolle und teure Materialien zerspanen, wächst“, konstatiert Lothar Horn, Geschäftsführer der Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH, Tübingen, die Marktlage. Hier gäbe es über die Branchen hinweg viele Gemeinsamkeiten. Speziell jedoch zwischen der Luftfahrtindustrie und der Medizintechnik. „Beim Flugzeug entfällt ein großer Teil der Zerspanoperationen auf das Bohren. Die Medizintechnik-Unternehmen drehen und fräsen dagegen wesentlich mehr.“

Prozentual gesehen trägt die Medizintechnik jedoch nur 15 Prozent zum Umsatz des Unternehmens bei; rund 50 Prozent entfallen konventionell auf die Automobilbranche. Doch der weltweite Absatz an Medizinprodukten wächst; speziell bei Implantaten und Prothesen. Für deren Produktion bietet Horn maßgeschneiderte Werkzeug-Entwicklungen im Kundenauftrag an. „Wir haben für einen Kunden, der auf hohe Produktivität wert legt, ein spezielles Fräswerkzeug für künstliche Hüftgelenke entwickelt. Dazu haben wir unser dreischneidiges System zu einem sechsschneidigen Werkzeug erweitert, das die Produktivität um 30 Prozent gesteigert hat.“ Werkzeuge für die Medizintechnik kommen daher auch nur sehr selten aus dem Katalog. „Wir müssen Produkte fast immer an die Anwendung anpassen, um uns mit „deutscher Ingenieurkunst“ am hiesigen Markt zu behaupten“, erkennt Horn nach langjähriger Tätigkeit für die Medizintechnik. „Doch wem das gelingt, der kann sich überall weltweit behaupten.“