MedTech

Forschung & Entwicklung

Bönnigheim,  19. Mai 2016


Digitales Analyseverfahren ermöglicht die Entwicklung reibungsoptimierter, hautnaher Textilien

Neue digitale Methode zur dreidimensionalen Oberflächenanalyse von Textilien etabliert: Forscher der Hohenstein Institute, Bönnigheim, ist es mit Hilfe einer neuen Mikroskopietechnik gelungen, den mechanischen Kontakt textiler Flächen auf der Haut exakt zu beschreiben.

Genutzt wird das neue Verfahren der 3D-Profilometrie, um die Interaktion zwischen biegsamen Materialien, insbesondere von Textil und Haut, zu analysieren. Die Ergebnisse sollen der Industrie helfen, reibungsoptimierte Textilien zu entwickeln, die in direkten Hautkontakt stehen.

Für die topografische Analyse verwenden die Life Science Forscher ein modernes 3D-Digitalmikroskop. Es ermöglicht die Feinanalyse der Textiloberflächenstruktur und erlaubt Vorhersagen des Kontakt- und Reibeverhalten eines Stoffs auf der menschlichen Haut insbesondere dann, wenn die textile Fläche vertikal zur Hautoberfläche komprimiert wird.

Zum Einsatz kommen kann die 3D-Oberflächenanalyse von Textilien vorteilhaft für hautnahe Textilien, die bei gebrauchsüblicher Anwendung starke und ausdauernde mechanische Hautbelastungen auf den Träger ausüben, beispielsweise beim Sport, bei Schutzkleidung oder bei Verwendung von Orthesen, Prothesen oder Strümpfen.

Oberflächenoptimierte Textilentwicklungen gewinnen Studien zufolge an Bedeutung, da eine wachsende Anzahl von Menschen unter überempfindlichen Hautzuständen leidet. Ferner kann mithilfe der Methode ein  besseres Verständnis von textilen Kapillareffekten entwickelt werden, beispielsweise von Flüssigkeits- und Geruchsverteilung bei Schweißentwicklung.