MedTech

Märkte & Unternehmen

Berlin,  22. März 2016


Deutsche Medizintechnik fährt Rekordumsatz ein

Das aktuelle Ergebnis liegt über den Erwartungen, dank Zuwächsen im In- und Auslandgeschäft: Die rund 1.240 deutschen Medizintechnikhersteller haben im Jahr 2015 ein Umsatzplus von 11,6 Prozent und damit einen Gesamtumsatz von 28,4 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Damit lag das Inlandsgeschäft nach Angaben des Industrieverbandes Spectaris um fast 13 Prozent über dem Vorjahresniveau: Es betrug insgesamt mit 9,2 Mrd. Euro. Das Auslandsgeschäft konnte um elf Prozent gesteigert werden; es erreichte einen Wert von knapp 19,2 Mrd. Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg um vier Prozent auf rund 130.000 Mitarbeiter.

Begünstigt wurde die positive Entwicklung durch der schwachen Eurokurs, niedrige Ölpreise und eine weiterhin expansive Geldpolitik. Daneben profitiert die Branche von der demografischen Entwicklung sowie von der Etablierung und Modernisierung der Gesundheitssysteme in den Schwellenländern. Im Inland führten Nachholeffekte und eine allgemein positive Verbraucherstimmung zu Zuwächsen.

Die Ertragslage der Mehrheit der Unternehmen bleibt indes angespannt. Ursachen sind die hohen Entwicklungsaufwendungen, weiter zunehmende Komplexität der regulatorischen Anforderungen und Kostendämpfungsmaßnahmen der Ausgabenträger in Deutschland und anderen entwickelten Ländern.

Ein differenziertes Bild zeigt sich auch in der Vielfältigkeit der Medizintechnik - von Verbrauchsgüter bis hin zu Großgeräten der bildgebenden Diagnostik. So ist beispielsweise im Inland eine Spreizung der Schere zwischen Mengenwachstum und Ertrag vor allem in der Hilfsmittel-Industrie wahrzunehmen. Grund hierfür sind die Einsparmaßnahmen der Krankenkassen.

Dem Auslandsgeschäft hingegen kommt angesichts einer Exportquote von knapp 70 Prozent eine hohe Bedeutung zu: Rund 40 Prozent der deutschen Medizintechnik-Ausfuhren gehen aktuell in Länder der Europäischen Union. Die robuste Nachfrageentwicklung in diesen Ländern (+ 9 %) war eine wichtige Basis für das Branchenwachstum. Auch das Nordamerikageschäft mit einem Plus von 16 Prozent belebte die Entwicklung. Zweistellige Zuwächse in Asien (+16 %) und anderen Schwellenländern wirkten sich aufgrund von Investitionen in das Gesundheitswesen positiv auf die Umsatzentwicklung des vergangenen Jahres aus.  Das Russlandgeschäft wird weiterhin als schwierig beurteilt (-25 %).

Auf das Jahr 2016 schauen die Unternehmen trotz einer vorhandenen Unsicherheit grundsätzlich optimistisch. Insgesamt wird ein erneutes, aber voraussichtlich schwächeres Umsatzwachstum als 2015 erwartet. Zuwächse werden insbesondere beim Auslandsumsatz gesehen. Trotz einer möglichen Verlangsamung der Marktentwicklung in China werden die Aussichten in Asien weiterhin als grundsätzlich gut bewertet. Auch beim Nordamerikageschäft rechnet man mit erneuten Zuwächsen.