Medizin & Krankenhaus

Forschung & Entwicklung

Göttingen,  07. November 2017


Zellen können die eigene Müllabfuhr sabotieren

Zellen können ihre Müllabfuhr regulieren, und sogar selbst einen Streik auslösen. Verantwortlich für diese Entwicklung ist der Regulator miR-101, welcher die richtige Zusammensetzung des Proteasoms – einer Art Recycling-Tonne – verhindert. In der Folge werden die Zellen „zugemüllt“. Zu dieser Erkenntnis gelangte ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Grundlagenforschern der Universitätsmedizin Göttingen.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Molecular Cell“ veröffentlicht. Hintergrund: Auf eine funktionierende Müllabfuhr sind auch einzelne Zellen angewiesen. In dem „Proteasom“, das in seiner Form einer Recycling-Tonne ähnelt, werden überschüssige Eiweißmoleküle der Zelle zerhackt und deren Bausteine anschließend neu verwendet.

Bisherige Kenntnisse über die Mechanismen der zellulären Müllabfuhr werden bereits in der Krebstherapie genutzt, um Tumorzellen gezielt „zuzumüllen“. Um dieses Ergebnis zu erreichen, wird in der Praxis bislang auf „Sabotage“ und auf die Hilfe pharmakologischer Wirkstoffe gesetzt, die das Proteasom in seiner Arbeit hemmen.

Die Forscher entdeckten nun, dass die Zelle sogar selbst über einen natürlichen Regulator verfügt.