Medizin & Krankenhaus

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Hamburg,  23. Juni 2017


US-Gesundheitsministerium fördert UKE für Forschung an Schwerelosigkeit als Modell für das Altern

Ein Wissenschaftlerteam des Universitären Herzzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat vom US-amerikanischen Ministerium für Gesundheitspflege und Soziale Dienste eine Forschungsförderung von umgerechnet rund 2,3 Millionen Euro (2,6 Millionen Dollar) erhalten. Untersucht werden soll die Schwerelosigkeit im Weltall und deren gesundheitliche Auswirkungen auf die Astronauten.

Ziel des Forschungsprojekts ist es herauszufinden, ob durch Schwerelosigkeit die körpereigenen Stammzellen verändert werden und deswegen eventuell nicht mehr in der Lage sind, Gewebe und Organe zu regenerieren. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler erforschen, ob dieser Prozess wieder umkehrbar und damit heilbar ist.

Hierfür wollen die Hamburger Forscher Stammzellen auf die Internationale Raumstation ISS schicken, um den Effekt von Schwerelosigkeit auf diese Zellen sowie auf das Immunsystem zu untersuchen. Zunächst sollen die Stammzellen für vier Wochen auf der ISS und nach ihrer Rückkehr weitere vier Wochen auf der Erde kultiviert und untersucht werden.

Forschungsprojektleiterin Prof. Dr. Sonja Schrepfer: „Die Schwerelosigkeit im Weltall verursacht bei Astronauten bei längerem Aufenthalt verschiedene Probleme wie Muskelschwund oder kardiovaskuläre Veränderungen, die den Veränderungen des Körpers während des zellulären Alterungsprozesses ähneln.“ Dies schließe auch die schlechtere Knochenheilung, den Verlust kardiovaskulärer und neurologischer Fähigkeiten sowie der veränderten Immunfunktion ein. „Die Schwerelosigkeit gilt daher als Modell für das Altern,“ so Schrepfer weiter.

Zur Realisierung des Projektes sind insgesamt acht UKE-Wissenschaftler aus Medizin, Biotechnologie, Physik und Biologie derzeit bei der NASA in Kalifornien im Einsatz.