Medizin & Krankenhaus

Forschung & Entwicklung

Witten-Herdecke,  06. Dezember 2018


Neuer Modell-Studiengang Humanmedizin an der Uni Witten eingeführt

Der Studiengang Humanmedizin an der Universität Witten/Herdecke erhält eine neue Ausrichtung. Die Schwerpunkte liegen auf einer integrierten Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung.

Im Kern ginge es nach Aussagen von Dr. Marzellus Hofmann, Prodekan für Lehre der Fakultät für Gesundheit, darum, den Patienten in den Mittelpunkt zu rücken und dessen Perspektive widerzuspiegeln. "Wir möchten unsere Studierenden so ausbilden, dass sie in der Lage sind, die Gesundheit des Patienten mit diesem gemeinsam zu entwickeln. Es geht uns um die Perspektive und Mitgestaltung einer integrierten Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung."

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf dem Bereich "Gesundheitssystem und Versorgungsstrukturen". Der Grund: Es bedarfe grundsätzlicher Änderungen im Gesundheitssystem, so Hofmann weiter. "Aktuell besteht Anlass zur Sorge, dass die Medizin sich weiter in eine Richtung entwickelt, die nicht die Bedürfnisse der Patienten, sondern eher ökonomische Gesichtspunkte in den Mittelpunkt rückt. Wir möchten Ärztinnen und Ärzte ausbilden, die sich Gedanken machen über die Zukunft des Gesundheitswesens."

Dazu würden die Studenten in einem ersten Schritt den Status quo kennenlernen und in interprofessionellen Teams Best Practice-Beispiele kennenlernen, in denen neue Gesundheitskonzepte ausprobiert und umgesetzt werden. Im Anschluss sollen sich die Studierenden gegenseitig die Ergebnisse vorstellen und eigenständige Ideen entwickeln, wie das Gesundheitssystem der Zukunft aussehen könnte. Hofmann: "Unsere Ärzte sollen natürlich in der Lage sein, im bestehenden System zu arbeiten. Aber wir möchten, dass sie darüber hinaus in der Lage sind, weiterzudenken und mitzuhelfen, das Gesundheitswesen sinnvoll zu überarbeiten."