Medizin & Krankenhaus

Forschung & Entwicklung

Köln,  11. August 2016


Neue Kombinationstherapie verdoppelt Überlebenszeit von Hautkrebs-Patienten

Durchbruch bei der Krebstherapie von Hautkrebs: Forschern der Uniklinik Köln ist es mittels eine Kombinationstherapie gelungen, die Überlebenszeit von Patienten mit metastasiertem Melanom gegenüber einfacher medikamentöser Therapie zu verdoppeln. Die Lösung: Sie kombinierten die Immuntherapie Ipilimumab mit einer Lokaltherapie.

Die deutschen Forscher hatten gemeinsam mit schweizerischen Medizinern die Daten von 127 Melanom-Patienten analysiert, die an vier Zentren in Deutschland und in der Schweiz mit Ipilimumab behandelt worden waren. Die Studie zeigte: Im Vergleich zu Patienten, die ausschließlich immuntherapeutisch mit Ipilimumab behandelt wurden, wiesen diejenigen Patienten, die zusätzlich eine lokale Therapie, beispielsweise eine Bestrahlung oder Elektrochemotherapie erhielten, eine signifikante Verlängerung der Überlebenszeit auf.

„Das maligne Melanom ist eine sehr aggressive Form von Hautkrebs, aber die Immuntherapie Ipilimumab hat die Behandlung revolutioniert. Etwa 20 Prozent der Patienten, die allein mit Ipilimumab behandelt werden, sprechen dauerhaft auf die Therapie an. Obwohl dies gegenüber traditionellen Therapien bereits ein Fortschritt ist, suchen wir nach Möglichkeiten, wie noch mehr Melanom-Patienten von der Behandlung profitieren können“, so Priv.-Doz. Dr. Sebastian Theurich, Mitautor der Studie, die von Mitgliedern der Kölner Arbeitsgruppe für Radioimmunonkologie (RIO) am Centrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn (CIO) an der Uniklinik Köln erstellt wurde.

Lokaltherapien kommen beim malignen Melanom bereits seit Langem im Rahmen einer palliativen Therapie zum Einsatz. „Wird die Immuntherapie durch eine Lokaltherapie ergänzt, verdoppelt sich die mediane Überlebenszeit der behandelten Patienten von 42 auf 93 Wochen, ohne dass vermehrt Nebenwirkungen auftreten,“ sagt Dr. Max Schlaak, stellvertretender Leiter des Hauttumorzentrums der Uniklinik Köln. „Die Lokaltherapien scheinen die Immunantwort gegen die Krebszellen zusätzlich zu aktivieren und sind somit in der Lage, den Tumor auch an anderen Stellen im Körper zu bekämpfen“, ergänzt Theurich.

Für die Behandlung von Patienten mit malignem Melanom eröffnet die Kombination dieser Therapien neue Möglichkeiten. Ob die Kombination der Immuntherapie Ipilimumab und Lokaltherapien eine Behandlungsoption für alle Krebspatienten sein kann, wird von der interdisziplinären Kölner Arbeitsgruppe RIO weiter untersucht. Die AG RIO ist 2016 aus der Arbeit an dieser Studie entstanden und untersucht seitdem alle Krebspatienten, die mittels Immuntherapie und Lokaltherapien im Centrum für Integrierte Onkologie behandelt werden. Die Mitglieder der AG RIO stammen aus den Bereichen der präklinische Forschung, Onkologie, Dermatologie, Strahlentherapie und Radiologie.

Die Ergebnisse der retrospektiven Studie wurden aktuell im Journal „Cancer Immunology Research“ veröffentlicht.