Medizin & Krankenhaus

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Braunschweig,  24. August 2017


Krankenhauskeim „Pseudomonas“ soll mit neuem Wirkstoff bekämpft werden

Aussicht auf Erfolg: Mithilfe eines neuen, antiinfektiven und optimierten Wirkstoffs sollen demnächst chronische Lungeninfektionen, hervorgerufen durch das Bakterium Pseudomonas aeruginosa, bekämpft werden können. Bisher war eine vollständige Heilung oder eine verstärkte Unterdrückung der bakteriellen Last in der Regel nicht möglich.

Wissenschaftler des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), Braunschweig, optimieren nun einen antiinfektiven Wirkstoff mit einem neuen Wirkmechanismus.

Ausgangspunkt ist eine Substanz, die die Pathogenität des Bakteriums blockieren und dessen Biofilm-Schutzschild schwächen kann. Der Helmholtz-Validierungsfonds, das DZIF und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) investieren gemeinsam 2,7 Millionen Euro in die Optimierung dieser Substanzklasse. Ziel ist es, einen präklinischen Entwicklungskandidaten zu entwickeln.

„Wir setzen große Hoffnung in diesen Wirkstoffkandidaten“, erklärt Dr. Martin Empting, der das Projekt am HIPS/HZI gemeinsam mit Prof. Rolf Hartmann und Dr. Thomas Hesterkamp durchführt. Denn anders als ein Antibiotikum töte die Substanz das Bakterium nicht, sondern störe dessen Fähigkeit, den Wirt zu schädigen und sich durch Biofilmbildung vor dem Immunsystem zu schützen. „Das Bakterium wird durch diesen Pathoblocker auch anfälliger für eine parallele antibiotische Therapie“, fügt Empting hinzu.

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