Medizin & Krankenhaus

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Witten/ Herdecke,  29. Oktober 2015


Institute for Medical and Dental Innvovations (IMDI) in Witten gegründet

Neues An-Institut der Universität Witten/Herdecke (UW/H) soll wissenschaftliche Lücke zwischen Human- und Zahnmedizin schließen: Das Institute for Medical and Dental Innovations (IMDI) hat im Oktober dieses Jahres seinen Betrieb an den Standorten auf dem Campus in Witten und im BioMedizinZentrum in Dortmund aufgenommen. Es kooperiert als wissenschaftliche Einrichtung mit der Fakultät für Gesundheit der UW/H.

Das Institut hat die Aufgabe, "digitale Systemkomponenten für eine vollständig geschlossene, digitale Verfahrenskette ohne Medienbrüche für die Zahnmedizin und verschiedene Bereiche der Medizin zu entwickeln", sagt  IMDI-Geschäftsführer Dr. Frank Haustein. Die offizielle Einweihung findet morgen statt.


Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der UW/H, beurteilt das neue An-Institut als Bereicherung für die wissenschaftliche und praktische Arbeit in der Zahnmedizin. "Die Kooperation der UW/H mit anderen Universitäten, die fächerübergreifende Zusammenarbeit hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung von Beschwerden und Erkrankungen werden sicherlich Fortschritte zum Wohl unserer Patienten hervorbringen."


Das erste, durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojektes "OptoDrain" ist bereits bewilligt. Es wird unter anderem in Kooperation mit der Neurochirurgie der Ruhr-Universität Bochum realisiert. "OptoDrain" befasst sich mit der Entwicklung eines weltweit neuartigen Verfahrens zur optisch-geführten Anlage einer externen Ventrikeldrainage (EVD) auf Basis von Minikameras und Markern. Kameras und Marker dienen der Nachverfolgung eines Katheters, der in einen mit Liquor (Nervenwasser) gefüllten Hohlraum im Hirn positioniert wird. Dies dient zur Ableitung von Liquor oder zur Hirndruckmessung bei einer traumatischen Hirnschwellung. Vorteil der neuen Methode ist die erheblich höhere Präzision und Sicherheit gegenüber der sonst gebräuchlichen "freihändigen" Methode, die sich lediglich an anatomischen Landmarken orientiert.


Ein weiterer Schwerpunkt der Institutsarbeit wird die Craniomedizin sein. Der Leiter der Abteilung Craniomedizin, Gerd Christiansen, Spezialist im Bereich der funktionellen und ganzheitlichen Zahnheilkunde, plant neben wissenschaftlichen Studien vor allem die Durchführung von Fortbildungen insbesondere für niedergelassene Zahnmediziner, aber auch für Zahntechniker. Die geplanten Studien sollen über den Zusammenhang zwischen Kiefergelenk und körperlichen Symptomen wie zum Beispiel Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Tinnitus (Ohrgeräusche) Aufschluss geben.Durch weitere Kooperationen des IMDI unter anderem mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg-Weiden und der Technischen Universität Dortmund möchte die UH/W  wissenschaftlich sinnvoll Lücken zwischen Medizin und Zahnmedizin auf der einen sowie Ingenieurwesen und Informatik auf der anderen Seite schließen.


Bild: Uni Witten/Herdecke