Medizin & Krankenhaus

Forschung & Entwicklung

Ehningen,  13. Dezember 2016


IBM Watson und Pfizer wollen immunonkologische Forschung beschleunigen

IBM Watson Health, Ehningen, und Pfizer, Berlin, arbeiten zukünftig im Bereich der Immunonkologie zusammen. IBM Watson for Drug Discovery, ein cloud-basiertes kognitives Programm, soll die immunonkologische Forschung bei Pfizer beschleunigen. Immunonkologie ist ein therapeutischer Ansatz der Krebsmedizin, der das menschliche Immunsystem nutzt, um Krebs zu bekämpfen.

Pfizer gehört weltweit zu den ersten Organisationen, die Watson for Drug Discovery einsetzen. Daneben ist Pfizer die einzige Organisation, für die das Programm individuell angepasst wird: Watsons maschinelles Lernen, Verarbeitung natürlicher Sprache sowie andere kognitive Eigenschaften werden genutzt, um neue Ansatzpunkte für immunonkologische Medikamente zu entdecken, Kombinationstherapien zu erforschen und Patienten zu identifizieren, die von einer immunonkologischen Behandlung profitieren können.


Immuntherapien verändern die Krebsmedizin nachhaltig
Krebs ist weltweit eine der häufigste Todesursachen, und gilt als eine der komplexesten Erkrankungen der modernen Medizin. Die sogenannten Immuntherapien gelten als Schlüssel zur Krebsbekämpfung und verändern derzeit die Krebsmedizin nachhaltig. Der Grund: Sie können das menschliche Immunsystem in die Lage versetzen, Krebszellen zu erkennen und gezielt anzugreifen.

Im besonderen Fokus der Forschung stehen Kombinationstherapien, die auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden, um auf dessen individuelle Tumor-Charakteristika bestmöglich anzusprechen. Kombinationstherapien wird das Potenzial für einen Paradigmenwechsel in der Onkologie zugetraut, durch den mehr Krebspatienten von einer Behandlung profitieren können.


Watson - kognitive Computerprogramm lernt selbständig

Krebsforscher bei Pfizer werden Watson for Drug Discovery nutzen, um große Datenmengen, sowohl aus öffentlichen Quellen als auch aus dem Unternehmensbestand, für die immunonkologische Forschung zu analysieren. Das kognitive Computerprogramm analysiert große Datenmengen, versteht komplexe, in natürlicher Sprache formulierte Fragen und liefert evidenzbasierte Antworten. Das System lernt durch die bereits durchgeführten Interaktionen dazu und gewinnt an Wissen und Wert.

Mit dem Programm, das individuell für Pfizer angepasst wird, können Wissenschaftler medizinische Hypothesen prüfen, evidenzbasierte Erkenntnisse gewinnen und effiziente Sicherheitsbewertungen durchführen. Während ein Wissenschaftler durchschnittlich rund 200 bis 300 Artikel pro Jahr liest, hat Watson for Drug Discovery Zugriff auf eine Datenbank aus 25 Millionen medizinischen Abstracts, mehr als eine Million vollständige Artikel aus medizinischen Fachzeitschriften sowie vier Millionen Patente.