Medizin & Krankenhaus

Technologien & Anwendungen

Stuttgart,  06. September 2019


Forscherteam entwickelt einen Roboter für die Tumortherapie

Für die Tumortherapie der Zukunft entwickeln fünf internationale Forscherteams einen Roboter. Der Roboter, der aus einer Vielzahl von Komponenten, Gelenken und Aktoren mit unterschiedlichen Materialeigenschaften besteht, lässt sich im 3D-Drucker in einem einzigen Prozessschritt herstellen.

Die Funktionsweise ist einfach: Ähnlich wie bei einem Tintenstrahldrucker wird Flüssigkeit auf eine Oberfläche gesprüht. Statt unterschiedlicher Farben verwendet der PolyJet-Drucker Kunststoff: Die Düsen können zwei unterschiedliche Polymer-Lösungen einzeln oder gemischt punktgenau auftragen. UV-Licht härtet die Kunststoffe aus, bevor die nächste Lage aufgetragen wird. So entsteht schichtweise ein Medizinroboter.

Nach Abschluß der Entwicklung soll der Roboter Ärzten bei der Entnahme von Gewebeproben und bei der thermischen Tumorbehandlung unterstützen. Marius Siegfarth von der Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) des Fraunhofer IPA an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. "Die Positionierung einer Nadel oder Sonde bei einem solchen minimalinvasiven Eingriff ist eine besonders schwierige Aufgabe, denn der Mediziner kann sich am besten mit Hilfe von Computertomographie- oder MRT-Bildern orientieren. Das heißt, dass er arbeiten muss, während der Patient in einer engen Röhre liegt. Da bleibt kaum Bewegungsfreiheit."

Der Roboter, der im Projekt "Spirits" von vier weiteren Forschergruppen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz entwickelt wird, ist in seinen Ausmaßen so klein und leicht, dass er zusammen mit dem Patienten in die Röhre geschoben werden kann. Steuern lässt er sich über eine Hydraulik von außen.

Die Abkürzung "Spirits" steht für "Smart Printed Interactive Robots for Interventional Therapy and Surgery".