Medizin & Krankenhaus

Forschung & Entwicklung

Berlin,  24. Juni 2019


Erste Professur für Klimawandel und Gesundheit in Deutschland

Mit dem Ziel, die Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen und der Bevölkerungsgesundheit zu erforschen, hat die Charité – Universitätsmedizin Berlin gemeinsam mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) die bundesweit erste Professur für Klimawandel und Gesundheit eingerichtet. Für die neue Position wurde die Medizinerin und Epidemiologin Prof. Dr. Dr. Sabine Gabrysch gewonnen. 

Zu den Forschungsfeldern von Gabrysch zählen unter anderem die vielfältigen Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit, beispielsweise der Einfluss der Veränderungen in der Landwirtschaft auf die Ernährungsgewohnheiten sowie auf die Gesundheit verschiedener Bevölkerungsgruppen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Gleichzeitig will die Medizinerin auch die Wirksamkeit und den Ausbau von Win-Win-Lösungen prüfen – von Lösungen, die sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt gut seien. Gabrysch: „Beispiele reichen von agrarökologischen Anbaumethoden bis zu fußgänger- und fahrradfreundlichen Städten.“ 

Weiterhin plant die Wissenschaftlerin, ihre Forschung nicht ausschließlich auf den Klimawandel zu begrenzen, sondern in das größere Konzept der „Planetary Health“ einzubetten und damit auch andere Aspekte menschenbedingter Umweltveränderungen, wie den Verlust an Biodiversität und Bodenverschlechterung, zu berücksichtigen. „Das große Ziel ist: gesunde Menschen auf einem gesunden Planeten“, betont Gabrysch.

Verbunden mit der Professur übernimmt Gabrysch am PIK die Co-Leitung der Forschungsabteilung Klimaresilienz. Die neu eingerichtete Professur wird zusätzlich durch die Stiftung Charité unterstützt und ist am Institut für Public Health der Charité angebunden. So wird die Wissenschaftlerin auch Charité Global Health, das Zentrum für globale Gesundheit, mit ihrer Expertise unterstützen.

Bild: © PIK