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Berlin,  02. Mai 2017


BMBF investiert 14,4 Millionen Euro in die Vernetzung deutscher Biobanken

Elf deutsche Biobank-Standorte haben sich zum 1. Mai 2017 zur German Biobank Alliance (GBA) zusammengeschlossen. Ziel ist es, den Weg für einen nationalen und europaweiten Bioproben- und Datenaustausch zwischen Biobanken zu ebnen. Die Koordinierung des Zusammenschlusses übernimmt die Geschäftsstelle des German Biobank Node (GBN) an der Charité. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Biobanken-Allianz bis zum Jahr 2020 mit 14,4 Millionen Euro. Eine Summe von 3,36 Millionen Euro geht davon an die Charité.

Biobanken bilden eine essentielle Grundlage für die biomedizinische Forschung. Um den Austausch von Biomaterial und den zugehörigen Daten zwischen deutschen Biobanken und denen innerhalb Europas zu ermöglichen, ist ein umfangreicher Harmonisierungsprozess notwendig - von der Festlegung von Standards für den Austausch von Daten und die Qualität der Biomaterialen bis hin zu ethischen und rechtlichen Aspekten.

Der Vorteil von Biobanken liegt unter anderem in der Beschleunigung der Entwicklung von neuen Diagnostika und Therapeutika. Von entscheidender Bedeutung sind dabei die Qualität und Verfügbarkeit von Biomaterialien und deren assoziierten Daten. Speziell im Hinblick auf die individualisierte Präzisionsmedizin ist eine Vernetzung und die Harmonisierung von Datenformaten und Prozessen essentiell, um aussagekräftige und vergleichbare Analysen durchführen zu können.

Biobanken sammeln und lagern Blut, Gewebe sowie anderes Körpermaterial und stellen es für die biomedizinische Forschung zur Verfügung. Auf diese Weise entstehen wichtige Proben- und Datenspeicher für die Erforschung von Erkrankungen. Dr. Cornelia Rufenach, Geschäftsführerin des German Biobank Node: „Die German Biobank Alliance ist eine bedeutsame Chance für die Biobank-Community in Deutschland. Die Allianz wird dazu beitragen, die biomedizinische Forschung auf lange Sicht zu beschleunigen und die Position Deutschlands in der europäischen und internationalen Forschungsgemeinschaft zu stärken.

Die German Biobank Alliance wurde im Jahr 2017 vom German Biobank Node (GBN) initiiert. Unter dem Dach von GBN arbeiten elf BMBF-geförderte Biobanken und zwei IT-Entwicklungszentren in der German Biobank Alliance (GBA) zusammen. Gemeinsam werden sie nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2020 daran arbeiten, dass zukünfitg Proben und Daten zwischen Biobanken in Deutschland und Europa ausgetauscht werden können. Hierzu werden gemeinsame IT-Infrastrukturen erstellt, Qualitätsstandards implementiert und rechtliche und ethische Standards angeglichen.