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Bonn,  12. Juli 2016


Thermostat-Armaturen verhindern Verbrühungsgefahr in Krankenhäusern und Altenheimen nach DIN EN 806

Fachbeitrag von Gastautor* Gerhard Weber

Optimierter Verbrühungsschutz: Die Bundesländer Deutschlands fordern die Umsetzung der Norm DIN EN 806-2/9.3 zum Verbrühungsschutz in der Trinkwasserinstallation von Krankenhäusern und Altenheimen verstärkt ein.

Die für Europa geltende Norm weist Gesetzescharakter auf und beschreibt die Risiken, denen Nutzer ausgesetzt sind, wenn die Voraussetzungen für einen optimierten Verbrühungsschutz sowie Maßnahmen zur Vermeidung dieser Risiken nicht gegeben sind.

„An Entnahmestellen mit besonderer Beachtung der Auslauftemperaturen wie in Krankenhäusern, Schulen, Seniorenheimen usw. sollten zur Verminderung des Risikos von Verbrühungen thermostatische Mischventile oder Batterien mit Begrenzung der oberen Temperatur eingesetzt werden. Empfohlen wird eine höchste Temperatur von 43 Grad Celsius. Beispielsweise bei Duschanlagen in Kindergärten und in speziellen Bereichen von Pflegeheimen sollte sichergestellt werden, dass die Temperatur 38 Grad nicht übersteigen kann.“

Soweit die Norm. Die Verbrühungsgefahr wird immer dann real, wenn das Kaltwasser aus der Installation gänzlich ausbleibt oder starken Druckschwankungen unterliegt. Da nicht-thermostatische Hebelmischer nur eine mechanische Temperaturbegrenzung aufweisen und somit auf diese Veränderungen nicht reagieren können, ist es notwendig, diesen Gefahren durch den Einsatz von Thermostat-Armaturen wirksam zu begegnen - sowohl im Bereich der Dusche, als auch am Waschtisch. Bei letzterem empfiehlt sich die „thermostatische Aufrüstung“ des Hebelmischers durch so genannte Eckventil-Thermostate.

Für die Betreiber von beispielsweise Krankenhäusern und Altenheimen bedeutet die Umrüstung auf Thermostat-Armaturen die Einhaltung gesetzlicher Auflagen und gleichzeitig die Wahrung der vitalen Interessen von Patienten und Bewohnern.

Hat im Falle des Ausbleibens von Kaltwasser aus der Installation eine Thermostat-Armatur ihre Sicherheitsfunktion ausgelöst und den Wasserdurchfluß unterbrochen, so löst die Armatur bei erneutem Anstehen von Kaltwasser automatisch diese Unterbrechung - und die Armatur kann sofort und und ohne Wartungsarbeiten wieder umfänglich weiter genutzt werden. Auch der optimierte Verbrühungsschutz ist sofort wieder „aktiv“. Auch die Politik, und hier das Land Bayern als Vorreiter, fordern die Umsetzung der Norm nun verstärkt ein. Gerade gegenüber Menschen mit einem besonderen Schutzbedürftnis wie Patienten in Krankenhäusern, Bewohnern von Altenheimen sowie Kindern in Schulen und Kindergärten sollte dies einem jeden Betreiber ein besonderes Anliegen und nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung sein.


Bild: Ideal Standard  

 

* Beiträge und Meinungen von Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.