Immobilien & Gesundheit

Forschung & Entwicklung

Beate Moll, Dominica Dragon,  21. Oktober 2014


Logistisches Konzept für Bereichs-Anordnung senkt Betriebskosten

Die frühzeitige Einbindung der Logistik in den Bau-Planungsprozess von Krankenhäusern kann die Höhe zukünftiger Betriebskosten reduzieren helfen – beispielsweise durch konzeptionelle Überlegungen in Bezug auf die geplante Anordnung von medizinischen Stationen und Bereichen zueinander, welche die späteren Betriebsabläufe und die laufenden Betriebskosten bestimmen.

Der Grund: Die Anordnung der einzelnen Bereiche hat direkte Auswirkungen auf die vertikalen Transporte in einem Krankenhaus: Je weiter Bereiche voneinander entfernt liegen, desto länger dauern Patienten- und Material-Transporte. Die Folge: Es entstehen höhere Transportkosten. Durch eine ganzheitliche Betrachtung geplanter Logistikströme und Transportfrequenzen in einer Klinik, wie sie z. B. am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, Abteilung Health Care Logistics, vorgenommen wird, lassen sich bereits in der Planungsphase von Bauvorhaben wegeoptimierte Raum- und Anordnungskonzepte entwickeln – und betriebswirtschaftlich berechnen. Denn die hohen Investitionskosten für einen Neu- oder Umbau eines Krankenhauses erfordern immer häufiger einen hohen Argumentationsbedarf für das Bauvorhaben.

Beate Moll, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IML: „Die Investitionsfinanzierung kann durch einen wirtschaftlichen Betrieb bzw. die dadurch entstehenden Folgekosteneinsparungen abgesichert werden.“ Beispielsweise sei es ratsam, Bereiche, die eine hohe Beziehungsdichte zueinander aufweisen, nah beieinander anzuordnen. Auch gelte es zu prüfen, ob die vorhandene Transporttechnik, wie Personen- und Materialaufzüge, die Quantität und Frequenz der Personen- und Materialströme auffangen könne. „Werden in einem Krankenhaus z. B. Umzugsmaßnahmen zwischen Bereichen durchgeführt, muss geprüft werden, ob die Transporttechnik die Verschiebung der logistischen Ströme, aufgrund einer neuen Bereichsanordnung, standhält“, ergänzt Kollegin Dominika Dragon. Allerdings würden bei Neu- oder Umbaumaßnahmen die zukünftige Bereichsanordnung und die damit verbundenen Aufzugs-Auslastungen häufig nicht hinterfragt. Mit der Konsequenz, dass eine zeitliche Nivellierung oder Veränderung der Transportfrequenz der logistischen Ströme erfolgen muss, welches wiederum in höheren Betriebskosten resultiert. Um diese Problematik zu vermeiden, muss in der Bauplanung frühzeitig die Logistik überprüft und ein ganzheitliches Logistikkonzept erstellt werden.