Immobilien & Gesundheit

Forschung & Entwicklung

Köln,  15. November 2018


KDA-Studie: Betreute Wohnanlagen öffnen sich in Richtung des Quartiers

Der Markt für Betreute Wohneinrichtungen ist unübersichtlich und in seiner Trägerstruktur differenziert – die Entwicklung indes eindeutig: Die Kommunen ziehen sich aus diesem Marktsegment zurück, so die Studienaussage des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) und BFS Service in ihrer aktuellen Erhebung „Betreutes Seniorenwohnen“. Der Marktanteil verschiebt sich in Richtung freigemeinnützige Träger; sie machen rund 63 Prozent der Anbieter im Jahr 2018 aus.

Veränderungen ergeben sich auch in der Organisationsform: Fast 70 Prozent der teilnehmenden rund 660 Einrichtungen sind als heimverbundenes oder integriertes Betreutes Wohnen ausgelegt; Solitäranlagen sind um fast 50 Prozent zurückgegangen. Entsprechend gestiegen sei auch das Qualitätsniveau der Wohnungen in Bezug auf altersgerechte Gestaltung, Freizeitangebote, Alltagshilfen und Beratung.

Der Entwicklung der Alters-, Sozial- und Gesundheitsstruktur der Bewohnerschaft Rechnung tragend, wurden in der Mehrheit der Wohneinrichtungen bautechnische und konzeptionelle Veränderungen vorgenommen: Sie öffneten sich ins Quartier (41 %), engagierten verstärkt Ehrenamtliche (36 %), integrierten eine Tagespflege (26 %), führten die Rundum-Betreuung ein (19 %) und installierten neue Wohnformen (10 %).

Diese Neuerungen stellen Betreiber vor große Herausforderungen: Sie erfordern neues Wissen, neue Partnerschaften und verstärktes Engagement – vor allem in den Bereichen der bedarfsgerechten Versorgung Demenzerkrankter, der Gewährleistung der Versorgungs- und der Planungssiche rheit, der Einbindung von Angehörigen und Ehrenamtlichen und vor allem auch in Bezug auf die Kombination mit anderen Leistungsangeboten sowie der Öffnung ins Quartier.