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Haßfurt,  05. Dezember 2016


Hygiene-Spülsystem sichert Trinkwasserqualität im gesamten Gebäude

Fachbeitrag von Gastautor* Torben Jürgens

Eigentümer und Betreiber von Gebäuden und Einrichtungen sind gesetzlich verpflichtet, den sogenannten bestimmungsgemäßen Betrieb von Trinkwasserinstallationen sicherzustellen und für einen regelmäßigen Wasseraustausch zu sorgen. Hintergrund ist der Schutz vor Trinkwasser-Stagnationen im Leitungssystem und die Entstehung von Keimen, insbesondere bei längerer Abwesenheit von Bewohnern oder bei nicht belegten Zimmern. Nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts, Berlin, ist eine Keimbildung im Trinkwasser bereits nach drei Tagen möglich.

Durch den Einsatz intelligenter Hygiene-Spülstationen läßt sich diese Gefahr vermeiden und eine lückenlose Überwachung der gesamten Trinkwasser-Installation bei gleichzeitig geringen Verbrauchskosten garantieren.

Eine am Markt befindliche Lösung ist das Smatrix Aqua PLUS Hygiene-Spülsystem von Uponor, Haßfurt. Es reguliert und kontrolliert den vollständigen Trinkwasserkreislauf in der Stockwerksverteilung eines Gebäudes, indem die Spülstationen den Wasserinhalt der Leitungen bedarfsgerecht austauschen. Das System überwacht dabei über ein Online-Portal die Betriebsparameter, auch über mehrere Gebäude hinweg, und dokumentiert Temperaturverläufe und weitere Meßpunkte in Echtzeit. Bei Abweichungen von den sicheren Sollwerten erfolgt eine Alarmeldung per E-Mail, auf deren Informationsbasis entsprechende Sicherheitsvorkehrungen eingeleitet werden können. Die Einhaltung des bestimmungsgemäßen Betriebs der Anlage wird über monatliche Statusberichte nachgewiesen.

Die permanente Überwachung der Trinkwasser-Installation außerhalb der Stockwerksverteilung erfolgt über separate Funk-Temperatursensoren, die in Versorgungsschächten und am Trinkwassererwärmer positioniert werden. Ein zentral im Gebäude installiertes Data Hub empfängt die Messwerte der Sensoren und überträgt sie an einen Hochsicherheits-Server. Gleiches gilt für die Daten der ebenfalls per Funk angebundenen Spülstationen, die zusätzlich über das Online-Portal zentral konfiguriert und angesteuert werden. Auf diese Weise lassen sich auch die Steigleitungen durch gleichzeitiges Auslösen mehrerer Spülstationen vollständig durchspülen.


Intelligente Spülstationen leitet Wasseraustausch automatisch ein
Die Spülstation arbeitet autark, temperatur- oder zeitgesteuert. Findet beispielsweise innerhalb von 72 Stunden kein vollständiger Wasserwechsel in den Leitungen statt, wird eine Spülung automatisch ausgelöst. Der intelligente Steuerungsmechanismus der Station verbraucht für diesen Vorgang nur soviel Wasser, wie für den Wasseraustausch in der jeweiligen Leitung tatsächlich benötigt wird.

Die jährlichen Verbrauchskosten in einer Wohnung für Hygienespülung liegen nutzungsabhängig zwischen fünf und 15 Euro. Für Einsatz und Betrieb der Spülstation in Gebäuden ist keine zusätzliche Software oder eine Einbindung in die Gebäudeleittechnik notwendig.


* Beiträge von Gastautoren spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.