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Hamburg,  13. September 2019


Erzbistum Hamburg will Trägerschaft von vier Krankenhäusern abgeben

Das Erzbistum Hamburg sucht einen strategischen Partner für seine katholischen Krankenhäuser der Ansgar Gruppe in Hamburg und Lübeck und für das Hamburger Krankenhaus Groß Sand. „Wir suchen einen strategischen Partner, um diese Krankenhäuser nachhaltig zu sichern und zu stärken und um auf die Herausforderungen und starken Konzentrationsprozesse im Krankenhaussektor besser reagieren zu können“, sagte Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums Hamburg im Juni gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur. Bevorzugter Partner für die Übernahme sei eine Krankenhausgruppe mit katholischer Ausrichtung. Das Erzbistum beabsichtige, eine Beteiligung als Minderheitsgesellschafter zu halten und so die weitere Zukunft der Krankenhäuser zu begleiten, erklärte Generalvikar Ansgar Thim.

Hintergrund sei die prekäre Wirtschaftslage und der eingeschlagene Sanierungskurs zur Stabilisierung des Erzbistums. Es war zum Zeitpunkt der Wirtschaftsprüfung im Jahr 2017 mit rund 83 Millionen Euro verschuldet. Bis zum Jahr 2021 beliefe sich die Verschuldung voraussichtlich auf 350 Millionen Euro.

Die Situation des Erzbistums Hamburg ist symptomatisch für die Krankenhauslandschaft in Deutschland. Seit Jahren steht der deutsche Krankenhausmarkt unter finanziellem Druck. Laut des Krankenhaus Rating Reports 2017 schrieben 30 Prozent der Häuser rote Zahlen. Dem aktuellen Report 2019 zufolge hätte sich die Situation nun weiter verschlechtert. Gründe lägen in der zunehmenden Ambulantisierung, dem Personalmangel und den ineffizienten Krankenhausstrukturen. Und die Bertelsmann Stiftung konstatiert in ihrer aktuellen Studie „Zukunftsfähige Krankenhausversorgung“: „In Deutschland gibt es zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Klinikanzahl von aktuell knapp 1.400 auf deutlich unter 600 Häuser, würde die Qualität der Versorgung für Patienten verbessern und Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern.